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Deutsch
22.5.2014 : 18:21 : +0200
Eine Herzensangelegenheit

Verry Murray Christmas 


Gemeinsam mit Komponist, Arrangeur und Musicaldarsteller Philipp Polzin ('Der fliegende Holländer') hat Chris Murray ein ungewöhnliches Weihnachtsalbum mit 19 Titeln aufgenommen, das ihm während der Arbeit im Studio immer mehr zur Herzensangelegenheit wurde. Jedem sein ganz persönliches Weihnachtsgefühl stärken möchte der Sänger und Musicaldarsteller mit 'A Very Murray Christmas'. Traditionell deutsche, amerikanische, internationale Weihnachtslieder und besinnliche Titel finden sich hier in eher klassischen und auch mal eher gewagten Arrangements. So platt das klingen mag, es ist wirklich für jeden etwas dabei. 

Dem einen sind die amerikanischen Weihnachtslieder wie Winter Wonderland, Jingle Bells, Here Comes Santa Claus, Rockin' Around the Christmas Tree oder Rudolph, the Red-nosed Reindeer näher, wo es locker swingt und zuweilen auch mit Genuss von Sänger und Pianist gegrooved wird. 


Andere horchen bei der schlichten, fast ehrfürchtigen Interpretation von den Klassikern Stille Nacht leicht swingend, aber absolut stimmig arrangiert und Leise rieselt der Schnee auf, mit Triplets am Klavier und Einsatz elektrischer Violine, oder genießen die instrumentale Version von Still, still, still, bei der fallender Schnee die Geräuschkulisse bildet.  


Etwas gewöhnungsbedürftig und synthesizerlastig ist dagegen das auch rein instrumentale Medley von Morgen, Kinder – Gloria, das mit Klängen von elektrischer Gitarre und Percussion angereichert ist. Geschmackssache ist – wie immer, wenn andere Arrangements und Tempi genutzt werden – die flottere Version von 
White Christmas mit den etwas dominanten Percussionklängen, während der Sänger eher sanft singt. Chris Murray kommentiert das folgendemaßen: "Why, so sad … mh, much better." The Chrismas Song dagegen ist ganz im Stil von Frank Sinatra oder Bing Crosby interpretiert, wobei zur Klavierbegleitung eine Jazz-Combo hinzukommt.


Mary's Boy Child
 ist ein Gospel mit viel Rhythmus und Blues. Chris Murrays Eigenkomposition, für die er zudem den Text schrieb, Just a Baby, geht schon in Richtung Reggae und holt die frohe Botschaft von der Geburt des göttlichen Kindes auf die menschliche Ebene. Es ist auch ein Baby, „a small and tiny boy“ und so wie jedes Neugeborene für seine stolzen Eltern „a packet of joy“.  


Auch Philipp Polzins Soli – allen voran seine Komposition Winter Love – sind dazu angetan, eine unaufdringliche Weihnachtsstimmung zu verbreiten. Wie es die Geräuschkulisse am Anfang des instrumentalen Stücks impliziert, kommt man von draußen wie aus einem Schneesturm ins Zimmer und zündet in der Stille eine Kerze an.


Zu den Liedern, die einen zur Ruhe kommen lassen, und die Weihnachtshektik vergessen lassen, gehört auch das ungemein sanft gesungene schwedische Weihnachtslied Koppången, das zeigt, wie schön die Powerstimme von Chris Murray auch hier klingen kann. In die Begleitung sind allein Glockenspiel und Violine eingearbeitet. Aus dem Polarexpress kommt die zu Herzen gehende Ballade Believe, die im Original Josh Groban singt. Etwas sanfter, aber nicht minder intensiv interpretiert Chris Murray das Lied über die Magie der Weihnachtszeit, die einem helfen kann, an sich zu glauben. Um die wunderbare Adventszeit geht es auch in Rolf Zuckowskis Lied Dezemberträume, das den Einzelnen fragt, was Weihnachten für ihn ist, und ihn auffordert, sich auf die Magie von Kerzenlicht ein- und Melodien, wie so manche auf diesem gelungenen Album, ins Herz hineinzulassen.


 

Barbara Kern