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Deutsch
22.5.2014 : 18:24 : +0200

Fakten

Ort: Apollo Theater Stuttgart
Premiere: 12. November 2006
Derniere: 27. Januar 2008
Aufführungstermine: Mi um 18:30 Uhr
Do + Fr um 19:30 Uhr
Sa 14:30 und !9:30 Uhr
So 14:00 und 19:00 Uhr
Dauer der Vorstellung: 3 Stunden, 5 Minuten (inkl. Pause)

Kurzzusammenfassung

In den 3 Musketieren verknüpfen sich das Schicksal der Milady de Winter und das des jungen Draufgängers D'Artagnan, der nach Paris zieht, um Musketier zu werden. D'Artagnan will seinen Vater stolz machen und werden wie er. Das Einzige, was die Eltern ihm mitgeben können, ist ihr klappriges Pferd, etwas Geld, den ersten Degen, der schnell für ihn angefertigt wurde und ein Empfehlungsschreiben an den Ausbilder der Musketiere. Schon auf der Reise nach Paris trifft D'Artagnan auf die geheimnisvolle Milady de Winter. Sie dient Kardinal Richelieu als Spionin und darf nur deshalb wieder französischen Boden betreten. Als Hure mit der Lilie gebrandmarkt, hat sie ihre große Liebe verloren und musste Frankreich verlassen. Miladys Ziel ist, Richelieu zu bewegen, sie von ihrem Makel rein zu waschen. Nur so glaubt sie, auch ihre Liebe zurückgewinnen zu können. Kardinal Richelieu aber nutzt die Situation von Milady für seine Zwecke aus. D'Artagnan gewinnt derweil in Paris die 3 Musketiere durch Mut und Ehrlichkeit zu Freuden und verliebt sich in Constance, die Hofdame der Königin. Doch um ihr Ziel zu erreichen, kennt Milady keine Rücksicht und gerät mit D'Artagnan und den 3 Musketieren aneinander, die im Dienst des Königs gegen Richelieu und seine Machenschaften kämpfen. D'Artagnan wird Musketier, verliert aber seine Constance. Milady verspielt die Chance, ihre Liebe zurückzugewinnen und soll hingerichtet werden. Sie wählt den Freitod. Möchten Sie mehr erfahren -> Inhalt und Inszenierung

Historie

  • Grundlage: Roman von Alexandre Dumas der Ältere "Die drei Musketiere" (1844)
  • 03.März 2003-04.Januar 2004: Welturaufführung im Nieuwe Luxor Theater in Rotterdam (Niederlande)
  • 06.April 2005: Deutsche Uraufführung des Musicals im Theater des Westens in Berlin
  • 12.November 2006: Neuinszenierung im Apollo Theater Stuttgart

Kreative

MUSIK: Rob Bolland BÜHNEN DESIGN: Enric van der Palen
TEXT: Ferdi Bolland   Doreen Westphal
BUCH: André Breedland KOSTÜM DESIGN: Yan Tax
ÜBERSETZUNG LIEDTEXTE: Wolfgang Adenberg LICHT DESIGN: Reinier Tweebeeke
ÜBERSETZUNG DIALOGE: Ruth Deny   Nicolaas de Rooij
REGIE: Paul Eenens   Rutger van Dijk
  Markus Brühl TON DESIGN: Jeroen ten Brinke
CHOREOGRAPHIE: Anthony van Laast   Jeroen Bas
KAMPFCHOREOGRAPHIE: Malcolm Ranson VIDEO DESIGN: The Gray Circle
ORCHESTRIERUNG: Michael Reed PROJEKTION DESIGN: Sven Ortel
  Roy Moore    

Hauptrollen

D'ARTAGNAN Thomas Hohler CONSTANCE Nadine Schreier
MILADY DE WINTER Pia Douwes JAMES/CONFÉRENCIER Stefan Poslovski
KARDINAL RICHELIEU Ethan Freeman HERZOG VON BUCKINGHAM Kevin Tarte
ATHOS Marc Clear KÖNIG LUDWIG XIII Peter Stassen
PORTHOS Enrico de Pieri KÖNIGIN ANNA VON ÖSTERREICH Ann Christin Elverum
ARAMIS Jens Janke ROCHEFORT Daniele Nonnis

Cast

ALTENBOCKUM, Jan Ensemble
ARNO, Oliver Ensemble
BAER, Axel SWING
BELLINKX, Alexander Zweitbesetzung PORTHOS
Zweitbesetzung HERZOG VON BUCKINGHAM
Cross Swing
BLÖCKER, Helena Zweitbesetzung MILADY DE WINTER
MUTTER / CABARETSÄNGERIN
Ensemble
BORKOWSKI, Rasmus D'ARTAGNAN (alternierend)
CLEAR, Marc ATHOS
Zweitbesetzung KARDINAL RICHELIEU
DE PIERI, Enrico PORTHOS
DERICHS, Mark ATHOS
DOUWES, Pia MILADY DE WINTER
DRIESSE, Michel Ensemble
FOSTER, Kevin Ensemble
GERTL, Niklas-Philipp Ensemble
GEYER, Simone Ensemble
GIACOMOZZI, Ivo Cross Swing
GRAW, Mona MUTTER/CABARETSÄNGERIN
Ensemble
GRIMMIUS, Gerben Zweitbesetzung JAMES/CONFÉRENCIER
Ensemble
HABERSTROH, Nils Swing
HARPER, Sabrina Zweitbesetzung KÖNIGIN ANNA VON ÖSTERREICH
Cross Swing
HARTLAND, David Dance Captain
Cross Swing
HILL, Andrew Ensemble
HÖLCK, Kristin MILADY DE WINTER
HOHLER, Thomas D'ARTAGNAN
JOHN, Michael Ensemble
LEBRETON, Stéphane Cross Swing
LOHSE, Maik Zweitbesetzung JAMES / CONFÉRENCIER
Ensemble
MEDER, Nikolaus Cross Swing
MOLIN, Artur Zweitbesetzung KÖNIG LUDWIG XIII.
Emsemble
PLANZ, Martin Ensemble
POLENZ, Oliver Ensemble
RIEMER, Mark Zweitbesetzung ATHOS
Zweitbesetzung ARAMIS
Ensemble
SANDERS, Mathias ARAMIS
SCHÄFFNER, Martin Zweitbesetzung KÖNIG LUDWIG XIII.
Cross Swing
SCHMIDTKE, Jochen Zweitbesetzung ROCHEFORT
Fight Captain
Cross Swing
SCHREIBER, Tressa Rose Ensemble
SCHREIER, Nadine CONSTANCE
SCHUBERT, Till Ensemble
SELIG, Karen Zweitbesetzung CONSTANCE
Swing
SHANKS, Jo Ensemble
STAFFLER, Hannes Zweitbesetzung PORTHOS
Zweitbesetzung HERZOG VON BUCKINGHAM
Cross Swing
STAMPEHL, Paul Zweitbesetzung ROCHEFORT
Assistant Fight Captain
Swing
STASSEN, Peter KÖNIG LUDWIG XIII.
Zweitbesetzung KARDINAL RICHELIEU
SVENSSON, Michael Ensemble
TARTE, Kevin HERZOG VON BUCKINGHAM
THIELE, Amanda Ensemble
THORÉN, Anna Zweitbesetzung MUTTER / CABARETSÄNGERIN
Zweitbesetzung KÖNIGIN ANNA VON ÖSTERREICH
TOUTOUNTSIDIS, Michael Ensemble
TRAUTH, Christoph Ensemble
TREES, Kimberly Cross Swing
TRINKEWITZOVA, Katarina Ensemble
UNGERER, Nina Susanne Cross Swing
VAN DAM, Annemieke Zweitbesetzung CONSTANCE
Ensemble
WANKA, Birgit Ensemble
WEISS, Tobias Zweitbesetzung ARAMIS
Zweitbesetzung D'ARTAGNAN
Ensemble
OFF  
ELVERUM, Ann Christin KÖNIGIN ANNA VON ÖSTERREICH
FREEMAN, Ethan KARDINAL RICHELIEU
JANKE, Jens ARAMIS
POSLOVSKI, Stefan JAMES / CONFÉRENCIER

Musiktitel

AKT 1

AKT 2

OUVERTÜRE

ENTRE' ACTE

PROLOG 1. AKT (Conférencier, Schauspieler und Zuschauer)

PROLOG 2. AKT (Conférencier, Schauspieler und Zuschauer)

HEUT' IST DER TAG (D'Artagnan)

DIE ÜBERFAHRT (D'Artagnan, Bootsmann und Matrosen)

MILADY IST ZURÜCK (Milady de Winter)

NICHT AUS STEIN (Kardinal Richelieu)

PARIS (Die Drei Musketiere, Constance, D'Artagnan, Volk von Paris

VATER Reprise (D'Artagnan)

O HERR (Kardinal Richelieu)

KEIN GETEILTES LEID (Königin Anna)

VATER (D'Artagnan)

ALLES Reprise (Constance)

EINER FÜR ALLE (Die Drei Musketiere)

GLAUBT MIR! (Kardinal Richelieu, Musketiere. Soldaten)

MÄNNER (Milady de Winter)

HEUT' IST DER TAG Reprise (D'Artagnan, Die Drei Musketiere)

SO GANZ IM GEHEIMEN (Cabaretsängerin, Gäste)

ALLES Reprise (D'Artagnan)

ENGEL AUS KRISTALL (Athos)

WO IST DER SOMMER? (Milady de Winter, Athos)

CONSTANCE (D'Artagnan)

VIVE LE ROI (Ballgäste)

LE TEMPS (Herzog von Buckingham, Königin Anna)

EINER FÜR ALLE Finale 2. AKT (Ballgäste)

WER KANN SCHON OHNE LIEBE SEIN? (Milady de Winter, Königin Anna, Constance)

EPILOG (D'Artagnan)

ALLES (Constance, D'Artagnan)

DIE JAGD (Die Adeligen)

EINER FÜR ALLE FINALE 1. AKT (Musketiere)

Kulturgeschichtlicher Hintergrund

Hintergrund der historischen Abenteuergeschichte, ursprünglich ein Fortsetzungsroman in Zeitschriften, ist das Frankreich der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Der erste Bourbonenkönig, Heinrich IV., ist ermordet worden. Mit seinem Nachfolger, dem erst neunjährigen Ludwig XIII. (1610-1643) beginnt die Zeit der großen Kardinäle. Dies sind Armand-Jean I. de Plessis de Richelieu und sein Nachfolger Mazarin. Diese benutzten das Gottkönigtum des Absolutismus, um dahinter zu verbergen, dass sie die eigentlichen Herrscher sind. Richelieu verwandte Hofintrigen, um zwischen der Regentin Maria von Medici und dem jungen König zu vermitteln. In die Kardinalswürde erhoben, war er zunächst der geistige Berater der jungen Königin Anna von Österreich und schließlich Außenminister im Kabinett Ludwigs XIII. Er war ein Meister der Verstellung, der im Hintergrund Intrigen spann. Dabei agierte er - je nach Situation - vorsichtig abwägend oder selbstdarstellerisch herrisch. Geschickt und rücksichtslos räumte er Leute, die sich seinem Aufstieg zur Macht entgegenstellten, aus dem Weg. Als erster Staatsminister bediente er sich der publizistischen Organe ebenso wie der Gewalt, um seine drei großen Ziele zur Stärkung der Monarchie durchzusetzen. Innenpolitisch entmachtete er den Hochadel, indem er ihn allein an den Hof band. Außenpolitisch führte er einen Kampf gegen das Haus Habsburg, das Frankreichs Hegemonie entgegenstand. Eine besondere Rolle spielte sein Kampf gegen die Hugenotten, die er nicht nur aus religiösen Gründen ablehnte. Für ihn waren sie Staatsfeinde, weil sie durch eigene Städte und deren Verwaltung einen nicht zu duldenden Staat-im-Staate darstellten. Es gelang ihm, die Hugenotten militärisch zu besiegen. Das letzte Bollwerk, das Richelieu eroberte, war La Rochelle, von wo aus viele der evangelischen Christen nach Preußen und zum Verbündeten nach England flohen. Da Richelieu als Staatsmann jedoch die wirtschaftliche Bedeutung der fleißigen und gut ausgebildeten Leute für Frankreich erkannte, entmachtete er die Hugenotten politisch, ließ ihnen aber im Gnadenedikt von Arles (1629) ihren Glauben. Im Zuge seines Kampfes gegen den spanischen Teil der Habsburger unterstützte er die Hugenotten sogar bei ihrem Vorgehen gegen die katholisch-habsburgische Hegemonie. Das Ende der Toleranz lag nicht in der Ära Richelieus und seinem König Ludwig XIII., sondern in der des Sonnenkönigs Ludwig XIV. Dieser band den Absolutismus an seine Person; es galt: „Une foi, une loi, un roi“ (ein Glaube, ein Gesetz, ein König). Richelieu dagegen war es immer um die Größe Frankreichs gegangen. Dieser Zweck heiligte für ihn allerdings alle Mittel.

Inhalt und Inszenierung

Musik und Inszenierung:

Das Stück ist von der Pop-Musik der Gebrüder Bolland geprägt, die u.a. für Falco, Status Quo und Nina Hagen geschrieben haben. Die Songs entstanden anhand der fertigen Szenen. Allein die Szene des Kampfes gegen die Hugenotten, mit einem für das Musical ungewöhnlichen Rap-Solo von Kardinal Richelieu, wurde aufgrund des Songs "Glaubt mir" gestaltet.  

Videoprojektionen und ein ausgeklügeltes Lichtdesign, das der Stimmung der jeweiligen Szene angepasst ist, malen die Szenen aus. Puppen aus der Werkstatt von Jim Henson lassen den Zuschauer schmunzeln. Schiebewände ermöglichen es, nur bestimmte Teile der Bühne dem Blick frei zu geben, während der Rest verdeckt ist und für ein neues Bühnenbild vorbereitet werden kann. Der Zuschauer meint, in ein Sittengemälde der Zeit zu blicken. So trifft etwa in den Fluren des Schlosses die Königin den englischen Herzog von Buckingham, oder der König hält Audienz, während das Militär vorbeidefiliert.


Inhalt:

Akt 1

Den Rahmen des Stückes bildet eine Vaudeville-Szene, in der eine Schauspieltruppe darstellt, dass der eigentliche Herrscher des Landes der Kardinal Richelieu ist, während Ludwig XIII. sich große Sorgen um seine Nachfolge machen muss. Die Königin hat ihm bisher kein Kind geboren.

Vor diesem Hintergrund erzählt der Conférencier die Abenteuergeschichte von D'Artagnan: Er soll der Einzige sein, der Richelieus Intrigenspiel und Machthunger Einhalt gebieten kann.

Die erste Szene zeigt den jungen Helden, wie er nach einem letzten Kräftemessen mit den Kameraden seiner Kindheit Abschied von den Eltern nimmt, um aus der Gascogne nach Paris zu ziehen und Musketier zu werden. Die Eltern geben ihm Geschenke mit in Gestalt seines ersten eigenen Degens, ihrem einzigen Pferd, Geld für die erste Zeit und einem Empfehlungsbrief an Monsieur de Treville, den Ausbilder der Musketiere. Die Konstitution des Vaters ist nicht die beste; er verbirgt vor dem Sohn, dass er sehr krank ist und fürchtet, diesen nicht wieder zu sehen. Am Ende prägt er ihm noch ein, dass Duelle strengstens verboten sind.

Auf der Reise nach Paris spielt der Draufgänger D'Artagnan Kavalier bei einer schönen geheimnisvollen Dame, die sich darüber zunächst amüsiert und dann zusieht, wie die Leibwache des Kardinals D'Artagnan zusammenschlägt. Sie hat genug mit sich selbst zu tun. Erstmals ist sie nach ihrer Verbannung wieder zurück in ihrem Frankreich und hofft Dank ihrer Spionage für Kardinal Richelieu sich hier ein neues Leben aufbauen zu können. Hier hat sie auch ihre große Liebe zurückgelassen, die sie wiedergewinnen möchte. Doch sie muss erfahren, dass sie zwar nach Frankreich einreisen durfte, aber ihr geliebtes Paris, nach dem sie sich sehnt, nicht sehen soll.

Währenddessen ist D'Artagnan in Paris angekommen, der Stadt der Gegensätze, in der Glück und Unglück, Armut und Gesundheit, Reich und Arm nebeneinander leben – in der man lebt und versucht zu überleben. D'Artagnan lernt dort ein Mädchen kennen, ihm wird sein Pferd gestohlen und er verärgert sich durch seine Spontaneität und Unkenntnis der französischen Sitten in der Stadt drei Edelleute, denen er für den nächsten Morgen verspricht, sich mit ihnen zu duellieren.

Es folgt der Auftritt von Kardinal Richelieu, der unter einer riesigen Rosette ein Zwiegespräch mit seinem Gott  führt. Er versteht seine Arbeit an Frankreichs Größe als göttliche Mission und glaubt, dass er allein Gottes Willen versteht und mit seiner Hilfe alles erreichen kann.

Wie bereits die nächste Szene am Hof Ludwig XIII. zeigt, zieht er zur Verwirklichung seines großen Zieles alle Fäden. Dem jungen König, der sich sorgt, gibt er väterliche Ratschläge und versucht durch eine Intrige einen Keil zwischen ihn und die junge Königin Anna zu treiben. Er entdeckt ihr sein Wissen über ihre ehemalige Beziehung zum englischen Herzog von Buckingham und bedrängt sie, im Sinne des Wohles Frankreichs, eben diesen an den Hof zu holen.

D'Artagnan hat inzwischen vom Tod seines Vaters erfahren und stellt sich dem Duell mit den drei Edelleuten, die er beleidigt hat. Es kommt heraus, dass diese befreundet sind und zudem davon überzeugt, dass bereits der erste ihn besiegen wird. Doch dazu kommt es gar nicht, weil die Garde des Kardinals auftaucht und die 3 Musketiere wegen verbotenen Duellierens festnehmen will.

D'Artagnan, der in Rochefort denjenigen erkannt hat, der ihn zusammenschlagen ließ, stellt sich zu aller Erstaunen auf die Seite seiner neuen Bekannten und macht sich beim Fechten so gut, dass die Drei sich ihm formvollendet vorstellen. Als sein Name, der Name "D'Artagnan" fällt, erfährt er, dass sein Vater bei den Musketieren als Held gilt und Rochefort ihm seine Augenklappe verdankt.

Die Musketiere klären D'Artagnan über Richelieus Machthunger auf und Aramis schwärmt vom König, vor dem sich jetzt gleich das Musketiercorp versammeln wird. Währenddessen hat Richelieu vom Duell erfahren und stellt die Musketiere zur Rede. D'Artagnan taucht tatsächlich auf und klärt den ob dieser Frechheit überraschten König darüber auf, dass Rochefort und die Garde den Kampf mit den Musketieren angefangen haben. Ludwig XIII. fühlt sich von Richelieus Worten verärgert, der überdies die Loyalität von Königin Anna in Zweifel zieht und schickt diesen fort. D'Artagnan hat unter der Begleitung der Königin das junge blonde Mädchen aus Paris erkannt und versucht am König vorbei, zu ihr zu gelangen. Athos packt ihn am Kragen und reiht ihn hinter den anderen Musketieren ein. Nun steht er schon mal in ihren Reihen, auch wenn er noch kein Musketier ist.

Richelieu ist derweil in den Palast zurückgekehrt und erhält unerwarteten Besuch. Entgegen seinem Befehl ist Milady de Winter nach Paris gekommen. Da sie aber eine wichtige Information für ihn hat, ist er fürs Erste besänftigt. Süffisant fragt er sie nach ihrem Preis. Damit stochert er in einer Wunde, denn Milady verlor einst alles, auch ihre große Liebe, weil sie das Brandmal einer Hure trägt. Als junges Mädchen war sie von einem Priester vergewaltigt worden, aber ihr wurde die Schuld der Verführung zugesprochen. Milady versucht Richelieu zu erpressen, indem sie ihm damit droht, dass sie über seine Machenschaften einiges weiß. Wutentbrannt und triumphierend entblößt Richelieu daraufhin die Lilie auf ihrer Schulter. Nach dieser Erniedrigung, die Richelieu Genuss bereitet, kommt es zwischen beiden zu einer erbitterten Diskussion um die Stellung der Frau. Richelieu siedelt die Frau aus Sicht einen katholischen Kirchenmannes der Zeit und zudem voller Bosheit ganz unten an. Damit bringt er Milady dazu, beleidigend zu werden und sieht sich gezwungen, ihr die Tür zu weisen. Bevor sie geht, macht ihr triumphierend klar, dass nur er die Macht hat, ihr Mal verschwinden zu lassen. In der darauffolgenden Szene bringt Milady ihren Hass auf die Männer zum Ausdruck, denen sie nur zu Willen ist, wenn es ihrem eigenen Vorteil dient.

Auch die Königin hat inzwischen erfahren, dass Buckingham in Frankreich ist und schickt ihre Zofe, den Herrn zu ihr zu begleiten. Bei seiner Beschreibung gerät sie ins Schwärmen. An diesem Abend sind jedoch nicht nur Buckingham und sein Diener in dem Cabaret-Lokal, sondern auch D'Artagnan und seine neuen Freunde. D'Artagnan schwärmt von der schönen jungen Frau, aber sie wolle wohl von einem wie ihm nichts wissen, bei all den vornehmen Leuten bei Hofe. Da springt Athos auf und rät ihm, sich  gar nicht erst in jemanden zu verlieben, der einem doch nicht treu sein kann. Man erspare sich so viel Leid. D'Artagnan versteht nicht. In seiner jugendlichen Unbekümmertheit zählt für ihn im Augenblick nur, dass er verliebt ist. Da erzählt ihm Athos mit ernster Miene die Geschichte eines Grafen, der eine junge schöne Frau bedingungslos und blind liebte, bevor er aus Zufall herausfand, dass sie eine gebrandmarkte Hure war und sie verstieß. Während seines Erzählens wirkt Athos wie abwesend, wie in einer anderen Welt. D'Artagnan aber schwärmt weiter von der jungen Unbekannten, bis sie auf einmal vor ihm steht. Endlich erfährt er ihren Namen, Constance, da ist sie auch schon weg mit dem fremden Herrn, dessen Diener so seltsame Andeutungen macht. Als   D'Artagnan ihn zur Rede stellt, erfährt er, dass es sich hier nicht um eine Liebelei handelt, sondern einen Dienst für die Königin.

Dieser gelingt es derweil, Buckingham zu ihrem Verbündeten zu machen im Dienst des Friedens zwischen Frankreich und England, wie sie glaubt. Sie erinnert ihn dafür an ihre Liebe und gibt ihm zum Zeichen ihres Bundes den Schmuck, den ihr das französische Volk zur Hochzeit verehrt hat.
Die Liebe ist das, was die drei Frauenschicksale des Stückes verknüpft. Da ist Milady, die trotz aller Erniedrigung und Härte hofft, dass sie die Liebe wieder findet; da ist die Königin, die sich trotz ihrer Rolle und trotz der Eheschließung aus politischem Kalkül die Liebe ihres Gemahls erhofft; und da ist Constance, die sich in den jungen D'Artagnan verliebt hat, vor allem nachdem er ihr seinen Mut bewiesen hat, als er auf ihren Wunsch hin an der Seite des hohen Gastes der Königin kämpfte, den Milady und Richelieus Schergen gefangen nehmen wollten. In der folgenden Szene wird D'Artagnan auch noch Constances Retter, indem er sie vor der Gewalttätigkeit ihres Verlobten rettet. Voller Hoffnung auf ein neues Leben gibt sie ihm zu verstehen, dass sie alles möchte und er zu diesem Alles gehört. Sie erscheint hier als die Reifere, er dagegen fast ein wenig schüchtern.

Der erste Akt endet damit, dass Richelieu seine Intrige gegen die Königin ausbaut, indem er dem König vorschlägt, dass sie zu seinem Geburtstag und Ehrentag den Treueschmuck, das Geschenk des Volkes Frankreichs an seine Königin, tragen solle. Begeistert stimmt dieser zu. Die Königin weiß nicht mehr ein noch aus, bis Constance ihr vorschlägt, dass D'Artagnan Buckingham einen Brief überbringen könnte, in dem sie ihre Situation schildert und Buckingham bittet, den Schmuck zurückzugeben.

Der verliebte Held will seiner Constance helfen, und die treuen Freunde beschließen, ihren jungen Gefährten zu begleiten. Athos macht D'Artagnan klar, dass dies nicht nur ein Liebesdienst, sondern ein Dienst für den König bedeutet, der ihn dem Wunschziel, Musketier zu werden, näher bringt. Das Finale des Ersten Aktes besteht im Auftritt aller Musketiere, die ihre Treue zum König und zueinander in dem großen Schlusslied "Einer für Alle" zum Ausdruck bringen.

Akt 2
Wieder eröffnet das Vaudeville-Theater den Akt. Der Conférencier übernimmt die Aufgabe, von der Reise der vier Gefährten zu erzählen und davon, wie D'Artagnan schließlich alleine ist, weil die Musketiere in Kämpfen zurückblieben, um ihm den Rücken zu stärken. Abrupt werden der Theatermacher und seine Truppe von Rochefort unterbrochen, dem der Kardinal höchstpersönlich folgt. Ein Schauspieler, der in Gegenwart Richelieus Kritik an dessen Person übt, wird als Hugenotte bezeichnet und verprügelt. Richelieu lässt triumphierend das Theaterzelt abreißen. Das bringt ihm die Drohung des Conférencier ein, die Herrschaft des skrupellosen Adels werde bald schon enden. In den Worten des Vaudeville-Künstlers findet sich eine Anspielung auf die Französische Revolution („mindestens im 18. Jahrhundert“).

Im Stück folgt nun die große Überfahrt, in der ein riesiges Boot in den Wellen rollt und D'Artagnan mit der Mannschaft gegen den Sturm und ums Überleben kämpft.

Milady, der es nicht gelungen ist, D'Artagnan aufzuhalten, erscheint überraschend im Zelt Richelieus auf dem Schlachtfeld vor La Rochelle. Wutentbrannt gibt er ihr zu verstehen, dass wenn sie noch einmal versagt, dies schwerwiegende Folgen haben wird. Widerwillig stellt er ihr einen Freibrief aus, der alle Handlungen, die sie begeht, unter den Schutz des Königs von Frankreich stellt. Sie soll D'Artagnan in Calais erwarten und ihm die Juwelen abnehmen, die ebenso widerwillig Buckingham dem Boten der Königin ausgehändigt hat.
Richelieu sieht sich immer noch als Hand Gottes auf Erden, aber in einem Alptraum plagen ihn Zweifel an mancher seiner Handlungen. Er glaubt jedoch weiterhin an seine Mission gegen die Feinde Frankreichs, zu denen er auch die Hugenotten zählt. Deshalb feuert er auf dem Schlachtfeld die Truppen mit dem makaberen Schlachtruf an: „Nur ein toter Hugenott' ist ein guter Hugenott'“.

Währenddessen versucht Königin Anna, Ludwig in der Hofkapelle klar zu machen, dass sie einander brauchen und gemeinsam die Last des Königtums tragen sollten. Es scheint fast, als könne sie ihn überzeugen, aber das Misstrauen, das Richelieu ihm eingeimpft hat, sitzt zu tief. Constance kann sie auch nicht wirklich beruhigen mit ihrer Versicherung, dass D'Artagnan seine Mission bestimmt erfüllen werde. Allein bleibt Constance zurück, als die Königin in ihre Gemächer geht. So wird sie leichtes Spiel für Milady und die Schergen des Kardinal, die sie als Geisel in das Kloster der Karmeliterinnen von Luxembourg bringen. Danach macht sich Milady auf, D'Artagnan die Juwelen abzujagen. In Calais versucht sie vergeblich, ihn als Hafenhure zu verführen, kann sich aber durch List und Gewalt die Juwelenschatulle aneignen.
Der junge Held stößt bei ihrer Verfolgung unvermittelt auf seine Freunde, die er bedrängt, ihn nach Paris zu begleiten. Bei der Auseinandersetzung mit Milady hat er erfahren, dass man seine Constance dort gefangen hält. Athos ist äußerst besorgt, als er hört, dass Milady identisch mit seiner verstoßenen Liebe ist. D'Artagnan hat beim Kampf ihre Schulter entblößt.

Er drängt zur Eile. Währenddessen erscheint Milady glücklich vor Richelieu und fordert von ihm ihre Rehabilitation. Richelieu öffnet die Schatulle, in der nur Sand ist. Er zwingt sie in die Knie und leert mit einer Mischung aus Wut und Verachtung den Sand über ihren geöffneten Händen aus. Dann jagt er sie davon.

Als D'Artagnan und seine Freunde beim Kloster eintreffen,  ist es zu spät. Milady hat Rache an der Geliebten D'Artagnans genommen und sie vergiftet. Sie wollte dem wehtun, der an ihrem neuen Unglück schuld ist. Da steht sie plötzlich ihrer großen verlorenen Liebe gegenüber, dem väterlichen Freund des Mannes, dem sie gerade das Liebste genommen hat. Oben auf dem Turm des Klosters versucht Milady Athos zu erklären, wie alles gekommen ist und dass sie ihn immer noch liebt. Am Ende jedoch sprechen die beiden anderen Musketiere sie schuldig und verurteilen sie zum Tod. Sein Urteil hört sie nicht mehr, da sie sich von den Zinnen des Turmes stürzt.

D'Artagnan ist mit seinem Mut und seiner Kraft am Ende. War es das wert, Musketier werden zu wollen. Porthos macht ihm klar, dass er genau der ist, den die Musketiere brauchen. Er ist ein guter Mensch und glaubt an das Gute und die Gerechtigkeit. Das werde sich auch nach diesem Schicksalsschlag nicht ändern. Gemeinsam machen sie sich auf in den Palast, um der Königin zu ihrem Recht zu verhelfen und Richelieu das Handwerk zu legen. In einer spektakulären Szene lässt sich D'Artagnan mit einem Seil inmitten des Ballsaales herab und kämpft sich durch bis hin zur Königin. Der König erfährt durch den Freibrief von den Intrigen des Kardinals. Richelieu, der glaubte, das Fest würde sein Triumph, wird in seine Gemächer abgeführt und die Kardinalsgarde aufgelöst. Das Militär untersteht nun wieder allein dem König.

D'Artagnan wird für seinen Dienst mit der Erfüllung seines größten Wunsches belohnt. Er wird Musketier des Königs; doch zu welchem Preis. Am Grab des Vaters, der diesen Augenblick nicht mehr erlebt hat, schwören die vier Musketiere erneut den Freundschafts- und Treueid: „Einer für alle und alle für einen“.