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Deutsch
22.5.2014 : 18:21 : +0200
© spotlight Musicalproduktion GmbH

Fakten

Premiere: 7. Juli 2007
Ort: Landestheater, Eisenach
Spielzeit 2007 7. Juli - 15. September
Spielzeit 2008 25. Juli - 10. August
Spielzeit 2009 - aktuelle Termine JULI:
Fr 3. - 20:00 Uhr (Premiere)
Sa 4. - 15:00 + 20:00 Uhr
So 5. - 14:00 + 20:00 Uhr
Mo 6. - 19:30 Uhr
Di 7. - 15:00 + 20:00 Uhr
Mi 8. - 15:00 + 20:00 Uhr
Do 9. - 15:00 + 20:00 Uhr
Fr 10. - 15:00 + 20:00 Uhr
Sa 11. - 15:00 + 20:00 Uhr
So 12. - 14:00 + 19:00 Uhr
Di 14. - 15:00 + 20:00 Uhr
Mi 15. - 15:00 + 20:00 Uhr
Do 16. - 20:00 Uhr
Fr 17. - 15:00 + 20:00 Uhr
Sa 18. - 15:00 + 20:00 Uhr
So 19. - 14:00 + 19:00 Uhr
Gastspiele: Stadthalle Marburg, Marburg
Spielzeit 2008 18. - 20 Oktober
Spielzeit 2009 - aktuelle Termine DEZEMBER:
Sa 26. - 20:00 Uhr
So 27. - 15:00 + 20:00 Uhr
Mo 28. - 20:00 Uhr
Di 29. - 15:00 + 20:00 Uhr
Mi 30. - 14:00 + 19:00 Uhr

Kurzzusammenfassung

"Elisabeth - Die Legende einer Heiligen" erzählt das Leben einer Frau, das posthum verklärt wurde. Das Musical beleuchtet die Stationen der Biographie Elisabeths von Thüringen aus zwei Sichtweisen, aus der historisch beschreibenden, vertreten durch Wolfram von Eschenbach, und aus der romantisch verklärenden, vertreten durch Walther von der Vogelweide. Elisabeth kommt als ungarische Prinzessin an den Hof von Eisenach und wird auf die Hochzeit mit Ludwig, dem zukünftigen Landgrafen von Thüringen vorbereitet. So weit fort von zu Hause und vor allem getrennt von ihrem Vater, entwickelt Elisabeth eine starke Religiosität. Gott ist ihr Ersatzvater. Als Ludwig aus dem Exil des Thronfolgers zurückkehrt, verlieben sich die beiden jungen Leute ineinander. Das passt dem Bruder Heinrichs und auch der Mutter Sophie nicht in ihre Pläne. Heinrich fürchtet die Macht, die Elisabeth über Ludwig gewinnt und Sophie hält Elisabeth nicht für die geeignete Frau für ihren Sohn, zumal auch ihre Mitgift mittlerweile aufgebraucht ist, und sie nichts mit in die Ehe bringt als sich selbst. Ludwig lässt keinerlei Einwände gelten und heiratet Elisabeth. Bei der Hochzeit tritt Konrad von Marburg, Visionär und mahnender Wanderprediger in Elisabeths Leben und übernimmt die Lenkung. Konrad nutzt Elisabeths Engagement für seinen eigenen Ruhm und verbindet ihre Nächstenliebe mit seinen Predigten, in denen er die Menschen vor dem Antichristen und dem Weltuntergang warnt und sie auffordert, ihr Leben zu ändern. Ludwig ist stolz auf Elisabeths soziales Engagement und unterstützt sie, wo er kann. Der höfische Adel dagegen sieht seine Privilegien in Gefahr. Elisabeth gründet ein Siechenhaus und sorgt auch während der Hungersnöte, so gut sie kann, für die Armen. Konrad impft ihr ein, dass dies die Lebensaufgabe ist, die Gott ihr gegeben hat. Ihr soll sie auch die Liebe zu ihrem Mann unterordnen. An nichts soll sie hängen außer an ihrem gottgeweihten Leben. Diese fanatische Auslegung der Nächstenliebe führt nach dem Tod Ludwigs — er kehrt von einem Kreuzzug, in den Konrad ihn gedrängt hat, nicht mehr zurück — dazu, dass Elisabeth auf sich selbst und ihre Familie keine Rücksicht mehr nimmt. Die Hilfe für die Armen wird ihr einziger Lebensinhalt und als sie erkennt, dass nicht nur die Armen sie brauchen, sondern auch ihre Kinder, sind all ihre Kräfte aufgezehrt. Sie stirbt mit der Erkenntnis, dass jede Form der Liebe wertvoll ist, nicht nur die der aufzehrenden Hingabe. Möchten Sie mehr erfahren -> Inhalt und Inszenierung

Historie

  • Juli 2007: Premiere des Musicals im Landestheater Eisenach
  • Zweite Uraufführung der spotlight Musicalproduktion GmbH nach dem Erfolg von 'Bonifatius' (2004)

Kreative

MUSIK:
BUCH:
Dennis Martin
Peter Scholz
MASKENDESIGN: Elke Quirmbach
REGIE: Reinfried Schieszler KOSTÜMDESIGN: Claudia Kuhr
CHOREOGRAPHIE: Doris Marlis LICHTDESIGN: Sabine Wiesenbauer
BÜHNENDESIGN: Bernd-Heinrich Sogel TONDESIGN: Andreas Balaskas

Besetzung der Hauptrollen (Eisenach)

ELISABETH VON THÜRINGEN Sabrina Weckerlin
KONRAD VON MARBURG Chris Murray
Norbert Conrads (alternierend)
LUDWIG Armin Kahl
Karl Grunewald (alternierend)
HEINRICH RASPE Christian Schöne
LANDGRÄFIN SOPHIE Mara Dorn
WOLFRAM VON ESCHENBACH Kristian Korsholm Vetter
WALTHER VON DER VOGELWEIDE Jesse Garon

Besetzung der Hauptrollen (Marburg 2009)

ELISABETH VON THÜRINGEN Sabrina Weckerlin
Kerstin Löcker (alternierend)
KONRAD VON MARBURG Chris Murray
Norbert Conrads (alternierend)
LUDWIG Lucius Wolter
HEINRICH RASPE Christian Schöne
LANDGRÄFIN SOPHIE Mara Dorn
WOLFRAM VON ESCHENBACH Kristian Korsholm Vetter
WALTHER VON DER VOGELWEIDE Jesse Garon

Cast

BLAUROCK, Jana Zweitbesetzung SOPHIE
Ensemble-Swing
BÜCHNER, Adrain KIND HERMANN
DORN, Mara LANDGRÄFIN SOPHIE
FISCHER, Lars Ensemble-Swing
GARON, Jesse WALTHER VON DER VOGELWEIDE
GROSS-FENGELS, Raphaela J. Ensemble
(Marburg 2009)
GRÜN, Tabea Ensemble
GRUNEWALD, Karl LUDWIG
(alternierend)
HAAS, Nina KIND ELISABETH
HEIM, Oliver Zweitbesetzung WALTHER
Ensemble
HENDRICKX, Stefanie Ensemble
HIMMELRATH, Jesco LANDGRAF HERMANN
HOFER, Meike KIND ELISABETH
HOLTGREVE, Martin Ensemble
KAHL, Armin LUDWIG
KAISER, Christof Maria Zweitbesetzung HEINRICH
Ensemble
KARASJEW, Nadja Ensemble-Swing
KASSNER, Marie Zweitbesetzung GUDA
Erst
Ensemble
KOMP, Evita Ensemble
KONRADS, Norbert KONRAD VON MARBURG
(alternierend)
KULP, Marcus G. Chorcaptain
LEPPIN, Saskia GUDA
LÖCKER, Kerstin Zweitbesetzung ELISABETH VON THÜRINGEN
(alternierend in Marburg 2009)
MEYER, Robert BISCHOF ECKBERT
MURRAY, Chris KONRAD VON MARBURG
PRZYWARA, Stephan Dance Captain
Ensemble-Swing
REIMANN, Maren Ensemble
ROLOFF, Tobias Ensemble
(Marburg 2009)
SCHÖNE, Christian HEINRICH RASPE
SCHLEINZER, Christian Ensemble
SCHOLZ, Petra Ensemble
SCIOR, Lionel KIND HERMANN
VETTER, Kristian Korsholm WOLFRAM VON ESCHENBACH
WECKERLIN, Sabrina ELISABETH VON THÜRINGEN
WEISE, Nadja Ensemble
WOLTER, Lucius LUDWIG
(Marburg 2009)
ZIEGLER, Dietmar Abendspielleitung
Zweitbesetzung WOLFRAM
Zweitbesetzung ECKBERT
ZIEHN, Alexander KIND HERMANN
ZIEHN, Annalena KIND ELISABETH

Musiktitel

AKT 1

AKT 2

DU BIST AUSERWÄHLT
(Wolfram von Eschenbach, Volk)

JERUSALEM
(Konrad von Marburg, Ludwig, Hofstaat)

EIN STERN AUS UNGARN
(Wolfram von Eschenbach, Walther von der Vogelweide, Landgraf Hermann, Sophie, Elisabeth/Kind, Volk

DER AUGENBLICK
(Elisabeth, Ludwig)

EINSAMKEIT
(Elisabeth, Elisabeth/Kind, Wolfram von Eschenbach)

VEITSTANZ
(Wolfram von Eschenbach, Volk)

HÖFISCH
(Elisabeth, Guda, Sophie, Wolfram von Eschenbach, Walther von der Vogelweide), Ludwig, Heinrich, Landgraf Hermann, Hofstaat)

DIE WELT IST TOT Prolog-Reprise
(Elisabeth, Sophie, Guda, Volk)

HERR, BEWAHRE IHN
(Ludwig)

DEIN HERZ KENNT KEINE LIEBE
(Sophie, Heinrich, 4 Hofdamen)

SIE RAUBT DIR DIE SINNE
(Heinrich, Sophie, Ludwig, Hofstaat)

STANDESGEMÄSS
(Bischof Eckbert, Sophie, Elisabeth, Volk)

DU RETTEST DIE WELT FÜR MICH
(Elisabeth, Ludwig)

MISERE MEI, HOL MICH HEIM
(Wolfram von Eschenbach, Volk)

DIE ILLUSION VOM PARADIES
(Konrad von Marburg, Ludwig, Heinrich, Elisabeth, Sophie, Guda, Hofstaat)

LIEBE IST ALLES
(Elisabeth, Guda, Sophie, Leute im Siechenhaus)

DEINE SPUREN
(Elisabeth)

SO WEIT DER HIMMEL REICHT
(Elisabeth, Ludwig, Elisabeth/Kind)

WUNDER ODER WAHRHEIT
(Wolfram von Eschenbach)

WELTVERNICHTUNG Ende aller Zeiten-Reprise
(Konrad von Marburg)

DAS ENDE ALLER ZEITEN
(Konrad von Marburg, Elisabeth, Hofstaat)

ES GLEITET EIN TRAUM DURCH DIE ZEIT
(Elisabeth)

DAS ARMENHAUS
(Elisabeth, Guda, Heinrich, Sophie, Hofstaat)

FINALE
(Guda, Sophie, Heinrich, Wolfram von Eschenbach, Walther von der Vogelweide, Bischof Eckbert, Volk)

DER ERSTE SCHRITT
(Elisabeth, Guda, Sophie, Ludwig, Konrad, Wolfram von Eschenbach, Walther von der Vogelweide, Volk)

Kulturhistorischer Hintergrund

Der Person von Elisabeth von Thüringen, der späteren Heiligen Elisabeth wird im Jahr 2007, dem Elisabeth-Jahr, auf verschiedene Weise gedacht. Historische und theologische Vorträge setzen sich mit dem Phänomen der Heiligen auseinander, die ihren Dienst an den Armen und Kranken über die Standespflichten setzte. Auf der Wartburg erwartet die Besucher eine Sonderausstellung zum Leben der ungarischen Königstochter Erzsébeth, die vor 800 Jahren geboren wurde und mit 13 Jahren – wie damals üblich – standesge­mäß verlobt wurde und mit dem späteren Gatten und Landgrafen von Thüringen auf­wuchs. Im Staatstheater Eisenach findet in den Sommermonaten eine besondere Präsen­tation der Person Elisabeths von Thüringen statt – in Gestalt des Musicals „Elisabeth – Le­gende einer Heiligen“. Das Stück stellt das Leben Elisabeths dar von der Ankunft der un­garischen Königstochter bis zu ihrem frühen Tod, der auf die übermäßigen Kasteiungen, Geißelungen und den Raubbau an der eigenen Gesundheit zurückgeführt wird.

Es wird die schwere Situation selbst einer Frau von Stand thematisiert, deren Leben eintö­nig und eingeschränkt war. Elisabeth widersetzt sich – teilweise unterstützt von ihrem Gat­ten – den Zwängen des Hofes, gründet gegen den Widerstand des thüringischen Adels ein Armen- und Siechenhaus und lebte später selbst als Begine. Das 13. und 14. Jahrhundert gilt als Blütezeit der Beginen-Gemeinschaften. Anhand von Ludwigs persönlichem Schick­sal werden die Schrecken der Kreuzzüge angesprochen. Konrad von Marburg, dem Lud­wig das Seelenheil seiner Frau anvertraut, ist ein solcher Kreuzzugsprediger. Er verfolgt auf fanatische Weise „Ketzer“ und nimmt unheilvollen Einfluss auf Elisabeths Selbstver­ständnis. Konrad verbietet ihr jede Freude an weltlichen Gelüsten, auch an der Liebe zu ihrem Mann und fordert die absolute Unterwerfung unter seinen Willen. Er glaubt, dass er berufen ist, Elisabeth zur Heiligen zu machen. Das Stück erzählt jedoch nicht einfach Eli­sabeths Leben nach. Im Widerstreit zwischen kritischer Beleuchtung der Historie und ver­klärender Minnesang-Poesie kommentieren Wolfram von Eschenbach und Walther von der Vogelweide die dargestellten Ereignisse. Auch Elisabeths Handeln entgeht der Kritik nicht.

 

Inhalt und Inszenierung

Musik und Inszenierung:

Moderne poppige Musik z.T. mitreißend z.T. gefühlvoller Popsong verbindet sich mit Elementen mittelalterlicher Musik und dramatischen Instrumentalteilen. Die Bühne ist sehr gut ausgeleuchtet und die Stimmungswechsel werden vom Lichtdesign umgesetzt. Das Bühnenbild ist auf wenige zentrale Elemente reduziert, die variabel als Rahmen der Darsteller eingesetzt werden können.


Inhalt:

Walther von der Vogelweide schreibt Poesie und verklärt das Geschehen um Elisabeths Ankunft auf der Wartburg, ihr Leben als Kind. Auch die Hochzeit mit Ludwig von Thüringen wird idealisiert. Wolfram von Eschenbach mischt sich ein und erzählt, was wirklich passiert: Wie könne der Kollege so blind sein, nicht zu sehen, dass Elisabeths Erziehung aus Schlägen besteht und sie sich heim sehnt zu dem Vater, den sie so liebte und der für sie nach und nach mit dem himmlischen Vater verschmilzt. So schalten sich während des Stückes immer wieder der Poet und der Satiriker ein und kommentieren die biographische Darstellung von Elisabeths Leben. In den anderen Teilen erklärt sich die Handlung von selbst.

Elisabeth kommt mit vier Jahren an den Hof und wird Ludwig als Kind anverlobt. Sie bringt als Prinzessin den Glanz des ungarischen Hofes mit. Das Kind spielt wenig außer mit ihrem kleinen Holzpferd, ihrem einzigen Besitz, wie es scheint. Es ist viel in der Kapelle und betet. Der herrschende Fürst Heinrich erzieht sie mit Strenge und Schlägen. Elisabeth wird eine Schönheit und Ludwig, der von seiner Verbannung  zurückkehrt, verliebt sich in ihren Liebreiz und ihre Klugheit. Der Fürst stirbt. Witwe Sophie betet für seine verfluchte Seele, Sohn Ludwig, der den Thron besteigt schwört Gott, ein rechtes Leben zu führen, wenn er nur den Vater vor der ewigen Verdammnis bewahre. Elisabeth hat sich durch ihre Zurückgezogenheit und ihre Ablehnung des höfischen scheinheiligen Lebens Feinde gemacht. Da ihre Mitgift nicht groß ist, raten Mutter Sophie und Bruder Heinrich Ludwig ab, sie zu ehelichen. Ludwig aber liebt sie und setzt seinen Willen durch.

Elisabeth liebt Ludwig auch, aber sie verachtet den Hof, die aufgesetzte Fröhlichkeit und den Hass hinter all der scheinbaren Freundlichkeit. Sie wirkt in den Anfangsszenen sehr schwach und verletzbar. Ludwig schützt sie, wo er kann. Ihr allein vertraut er, auch wenn alle ihn warnen. Elisabeth hat schon als Kind den armen Kindern, mit denen sie trotz ihres hohen Standes Kontakt suchte, Geld und Brot gegeben. Jetzt beginnt ihre Großzügigkeit, den Adel am Hof zu ärgern. So lässt sie eines Tages heimlich ihre Vertraute Guda einen Korb Brot aus der Speisekammer holen.

Heinrich schwärzt sie an. Gezwungenermaßen bittet Ludwig sie, den Korb zu öffnen. Zuvor hat er ihr liebevoll in die Augen gesehen. Sie hebt das Tuch vom Korb. Darin ist kein Brot, sondern Rosen. Es ist das bekannteste Wunder aus der Vita der Hl. Elisabeth, das hier das Musical aufgreift. Von da an steigt Elisabeths Einfluss auf Ludwig.
Der Fürst lässt sich gegen allen Rat des Hofes und der Familie überreden, den berühmten Wanderprediger Konrad von Marburg auf die Burg einzuladen. Dieser betritt den Raum sanftmütig, aber mit Kritik an dem Leben des Hofes. Daraus resultiert im Laufe der Szene die Forderung, auf das eigene Seelenheil zu achten und nicht Reichtum und Macht über sich regieren zu lassen. Elisabeth fühlt sich in ihrem Herzen angesprochen und in ihrem Tun bestätigt. Sie kniet nieder. Konrad sieht sie an. Sein Blick ist voll Erstaunen und kindlicher Freude. Sie ergreift des Predigers Hand und will sie küssen. Das ist ihm doch zu viel. Ihre Hand nehmend, zieht er die Fürstin ehrerbietig auf die Füße. Ludwig gibt ihm den Auftrag, über Elisabeths Seelenheil zu wachen. Dies soll seine Aufgabe bei Hofe sein.

Guda warnt die Fürstin, irgendetwas Gefährliches sei an dem Mann. Doch Elisabeth weist sie an, nicht vorschnell über den Mann Gottes zu urteilen. So wird Konrad zu Elisabeths Beistand und Bewacher.
Es kommt der Tag, da ihr Mann ins Feld zieht, um die Grenzen zu verteidigen und sie mit Konrad und dem Hof zurückbleibt. Für die Zeit der Abwesenheit ist sie die Herrin und Fürstin. Gestärkt durch Konrads Beistand macht sie die Sache der Armen und Kranken zu der ihren. Sie stellt Einfachheit gegen Pomp und lässt das Tragen von Schmuck in ihrer Gegenwart verbieten. Desweiteren legt sie eine Almosenspende des Adels fest, die es ihr ermöglicht, ein Armen- und Siechenhaus einzurichten. Elisabeth tritt nun selbstbewusst, getrieben von der eigenen Mission, an die sie glaubt, auf. In der Betreuung der Armen und Kranken findet sie ihre Erfüllung und wird wie ein Engel der Barmherzigkeit begrüßt und verehrt. In den Kreisen des Adels wächst der Unmut.

Konrad, in seiner exponierten Stellung am Hof, hält Messen ab, in denen er gegen den Antichristen und die Versuchung des Fleisches wettert. Auch Elisabeth bedrängt er: Sie müsse selbstverständlich dem Ehebett genüge tun, aber an weltlichen Freuden - sprich an ihrer Liebe zu Ludwig dürfe sie nicht hängen. Er fordert ihren Gehorsam und ihre Hingabe an die Sache. Elisabeth erreicht viel. Sie versorgt die Armen auch während der herrschenden Hungersnot. Als ihr Mann zurückkehrt, heißt er alles gut, was sie unternimmt und sie schenkt ihm ein Kind. Das Glück scheint perfekt, aber immer wieder kritisiert Konrad ihre Freude an der weltlichen Liebe.

Die Zeit der Kreuzzüge bricht an und Konrad wettert gegen die Schändung von Jerusalem, so dass Ludwig, um die Blutschuld des Vaters zu tilgen - wie er glaubt - mit seinen Leuten gen Jerusalem zieht. Historisch hat Konrad sogar für Kinderkreuzzüge ausgerufen. Von seinem Kreuzzug kehrt Ludwig nicht wieder und die verzweifelte Witwe Elisabeth sieht in ihrem Leben keinen Sinn mehr. Konrad wettert umsonst, dass sie an dem Weltlichen immer noch hänge.

Elisabeths Schwäche nutzt Heinrich aus und usurpiert die Krone Thüringens und bemächtigt sich der Kinder Elisabeths, während er die Fürstin vom Hof verjagt. Seine Mutter, ehemals Feindin und Kritikerin der jungen Frau, hat ihr Handeln für die Armen schätzen gelernt und ihr bei ihrer Arbeit geholfen. Sie versucht, den Sohn umzustimmen. Als ihr dies nicht gelingt, tritt sie in ein Kloster ein. Walther von der Vogelweide versucht so schön, den Namen des Ordens auszusprechen: "Zis-Zis-Zis-Zister...."- vergeblich - darauf meint er lapidar: "Die Erbgräfin Sophie wurde Nonne!"

Elisabeth, vom Hof verbannt, glaubt, nun könne sie Gott in ihrer äußeren Armut noch näher sein. Das Volk aber verhöhnt sie, macht ihr klar, dass sie nie eine der Ihren sein kann, nur weil sie rauhe Gewänder trägt. Elisabeth geht es schlecht. Konrad, der am Hof des Kaisers war, kehrt zurück, zieht sie aus der Gosse und schimpft mit ihr. So könne sie Gott nicht dienen. Sie solle gefälligst wohltätig sein, nicht selbst Wohltätigkeit in Anspruch nehmen.

Noch einer will sich um sie kümmern, einer ihres Standes, Bischof Ekbert, ein Onkel, der sie mit dem Kaiser vermählen will. Elisabeth in ihrem Schmerz begreift gar nichts. Der Onkel versucht, sie zu überzeugen und inmitten des mittelalterlichen Geschehens hört man nun Jazz und Swingmusik, sieht glitzernde Kostüme und einen steppenden Bischof im schwarzen Anzug, der Elisabeth den Reichtum ausmalen soll, den ihr die kaiserliche Verbindung bringen soll. Die Versuchung ist schnell vorüber und Elisabeth geht mit Konrad nach Marburg. Dieser ist mit Heinrich, drohend, er würde ihn beim Kaiser anschwärzen, einen Deal eingegangen. Er schafft ihm Elisabeth vom Hals, so dass ihm auch die Kinder bleiben, vor allem der zukünftige Thronfolger. Dafür erhält Elisabeth als Erbgut die Marburger Besitzungen zur freien Verfügung und eine Leibrente. Heinrich willigt zähneknirschend ein.

In Marburg schuftet Elisabeth in ihrer Wohltätigkeit bis an die Grenze ihrer Kräfte. Sie gründet das Marburger Krankenhaus und ein Beginenhaus, das die Kranken mitbetreut. Sie selbst wird dabei so krank, dass Sophie und Guda sich um sie sorgen. Gleichzeitig sehnt Elisabeth sich so sehr nach der Liebe von Ludwig und der Heimat, dass Konrad ihr befiehlt, sich zu kasteien, damit der Körper nicht mehr sein Recht fordert. Darauf lässt sich Elisabeth geißeln. Die Geißelung wird auf der Bühne durch eine Gruppe dargestellt, die das Zusammenzucken der Geschlagenen tänzerisch umsetzt, während die Musik die Schläge andeutet.

Die Geißelung und die aufopfernde Arbeit bringt Elisabeth dem Tode nah. Auf einmal begreift sie, dass Liebe ALLES ist und die Liebe zu ihrem Mann und die Liebe zu Gott sich nicht widersprechen. Heinrich kommt mit ihrem Sohn, der keine Gefühle für sie hat und auch das Spielzeug, das sie ihm schenkt - ihr Pferdchen - nicht versteht. Elisabeth begreift, dass ihre Anstrengung nicht nur den Armen gelten hätte müssen, sondern auch den Liebsten, die sie hat. Sie erkennt während einer Auseinandersetzung mit Konrad, dass auch er nur nach Macht und Reichtum strebt, wenn auch auf andere Weise als etwas Heinrich, und dass Konrad die Liebe von der er spricht, überhaupt nicht kennt.

Doch da ist es zu spät für Elisabeth. Ihr Körper macht nicht mehr mit. Ludwig holt das kleine Kind Elisabeth heim. Beide sind wieder vereint. Am Ende des Musicals steht die Legende der Heiligen - sie ist das, was von dem Leben der liebenden Frau, die so jung starb, weiterlebt.