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Deutsch
22.5.2014 : 18:21 : +0200
© Musicalfestival Graz/Rolf Bock

Fakten

Veranstaltungsort: Kasemattenbühne, Graz
Premiere: 08.09.2007
Aufführungstermine: AUGUST: 09. (Premiere) 11. / 12. / 15. / 16. / 18. / 19. / 21. / 22. / 23. / 24. / 25. (Derniere)
Vorstellungsbeginn: 20:00 Uhr

Inhalt

Der junge Anwalt Jonathan Harker verlässt seine Verlobte Mina Murray und reist nach Transsylvanien, um den Kauf eines Anwesens in London mit Graf Dracula zu besprechen, den es nach Europa zieht. Der Graf zeigt sich sehr freundlich, isst aber nicht mit seinem Gast und schaut neugierig in Jonathans Koffer. Vom Bild von dessen Verlobter Mina kann er sich nicht mehr losreißen. Vor dem Kruzifix, das Jonathan eine Wirtin in Bistriz aufgedrängt hat, weicht er wütend zurück und schimpft über den Aberglauben seines Volkes. Dennoch warnt er Jonathan, in einem anderen Zimmer einzuschlafen, als er ihn verlässt.
 

Als Jonathan nachts Geräusche hört, irrt er durchs Schloss und schläft schließlich vor Erschöpfung auf einem Bett ein. Die drei Frauen Draculas, die Vampiretten, verführen ihn, doch Dracula ist es, der sich an seinem Blut gütlich tut, das ihn von einem Greis in einen kraftvollen Mann verwandelt. Jonathan lehnt die angebotene Verwandlung für ihn und Mina in einen Vampir ab, und später gelingt ihm auch die Flucht.


Daheim in England ist Mina zu Gast bei ihrer Freundin Lucy Westenra, die gleich von drei Männern umworben wird und sich nicht so recht entscheiden kann. Schließlich gibt sie dem schüchternen Arthur Holmwood das Ja-Wort. Während sie aber schlafwandelt, hört sie den Ruf Draculas, der eigentlich an Mina gerichtet war.

Mina reist Hals über Kopf zu Jonathan, der in einem Budapester Krankenhaus liegt und heiratet ihn, während in London Lucy Arthurs Frau wird. Doch Lucys erotische Fantasien binden sie an Dracula, der Lucy, nachdem Mina ihn abgewiesen hat, aus Rache zu seiner Vampirbraut macht. Gemeinsam mit Abraham Van Helsing, den Arthurs Freund Dr. Jack Seward als seinen Mentor um Hilfe bat, spüren sie die untote Lucy auf, die wehrlose Kinder zu sich lockt, weil ihr reines Blut am besten schmeckt, und machen sie unschädlich.


Mina ist hin- und hergerissen zwischen Draculas suggestiven Rufen und der Abscheu vor ihm als Vampir. Mit Van Helsings Hilfe, der einst seine Frau an Dracula verlor, befragt Mina Mr Renfield, einen Patienten von Dr. Jack Seward, der das Medium Draculas ist, wo sein Meister sich aufhält. Renfield warnt sie vor der Macht seines Herrn und verliert danach sein Leben.


Als die Freunde in London das Domizil des Grafen finden, suchen sie die Särge auszuräuchern. Währenddessen ist Draculas Macht gewachsen und er dringt bei Mina, die nur von Jonathan bewacht wird, ein und setzt diesen außer Gefecht. Danach schläft er mit Mina, bis die Vampirjäger, einschließlich Quincey Jones, der Großwildjäger, nach Hause zurückkehren. Es kommt zum Duell zwischen Van Helsing und Dracula.


Mina stellt sich - geschwächt von Draculas Biss - als Medium zur Verfügung, das die Jäger zu Dracula nach Transsylvanien führt. Während Dracula auf dem Wasser reist, fahren die Verfolger mit dem Orientexpress, und Van Helsing hypnotisiert Mina immer wieder, um die Fahrtroute Draculas zu verfolgen. Mina nimmt auch allen Freunden das Versprechen ab, sie zu töten, falls sie sich verändern oder zur Gefahr werden sollte.


Im Schloss trennen sich Van Helsing und Mina von den anderen, und schließlich lässt Van Helsing auch Mina zurück. Doch der Kreis aus Weihwasser hilft gar nichts, weil sie ihn willentlich verlässt. Dracula und sie treffen endlich zusammen und er erkennt, dass die Macht, die Mina über ihn hat, etwas Heilsames hat. Er bittet sie, ihn zu erlösen. Zu einem Leben als Vampir mit der ewigen Gier nach Blut will er sie nicht verdammen. Als Dracula tot ist, ist der Bann über Mina gebrochen.

Historie

  • Grundlage: Roman von Bram Stoker "Dracula" (1897), Deutsche Fassung 1988
  • 13. Oktober 2001–25. November 2001: Uraufführung im La Jolla Playhouse, San Diego (USA)
  • 30. Juli 2004–02.Januar 2005: Wiederaufnahme am Belasco Theatre, New York (USA)
  • 23. April 2005–02. Januar 2006: Deutschsprachige Europapremiere im Stadttheater St. Gallen (Schweiz)
  • 9.–25.August 2007: Neuinszenierung im Rahmen des Musical Festivals Graz,
    Schlossberg Kasemattenbühne, Graz (Österreich)

Kreative

MUSIK: Frank Wildhorn ORCHESTRIERUNG: Koen Shoots
TEXT: Don Black
Christopher Hampton
BÜHNEN-DESIGN: Sam Madwar
DEUTSCHE ÜBERSETZUNG: Herwig Thelen KOSTÜM-DESIGN: Hanna Wartenegg
REGIE: Andreas Gergen LICHT-DESIGN: Michael Grundner
CHOREOGRAPHIE: Michael Paul Reardon TON-DESIGN: Robert Zirngast

Besetzung der Hauptrollen

GRAF DRACULA Thomas Borchert
MINA MURRAY Lyn Liechty
ABRAHAM VAN HELSING Uwe Kröger
LUCY WESTENRA Caroline Vasicek
JONATHAN HARKER Jesper Tydén

Cast

ANTONI, Lisa Ensemble
BORCHERT, Thomas GRAF DRACULA
FRISCHKNECHT, Oliver Ensemble
FURTNER, Marion VAMPIRETTE 1
HOFFMANN, Titus Ensemble
KRÖGER, Uwe ABRAHAM VAN HELSING
LIECHTY, Lyn MINA MURRAY
MARKERT, Martin Ensemble
MARX, Robert D. QUINCEY MORRIS
MINSK, Eric RENFIELD
SEIMEL, Susanne Ensemble
SEREINIG, Rita Ensemble
SIX, Rory DR. JACK SEWARD
TYDÉN, Jesper JONATHAN HARKER
TYDÈN, Stefanie VAMPIRETTE 2
VAN ZIJL, Vicky VAMPIRETTE 3
VASICEK, Caroline LUCY WESTENRA
WOLTER, Lucius ARTHUR HOLMWOOD

Musiktitel

AKT 1 AKT 2
PROLOG
(Jonathan)
UNTOTE
(Van Helsing, Ensemble)
EINSAMER MANN
(Dracula)
LASS MICH DICH NICHT LIEBEN
(Mina)
WHITBY BAY
(Jonathan, Mina)
DAS LIED VOM MEISTER Reprise
(Renfield, Dracula, Ensemble)
FÜR IMMER JUNG
(Vampiretten)
WÄRE ICH FREI
(Mina)
BLUT
(Dracula)
MINAS VERFÜHRUNG
(Mina, Dracula)
DAS LIED VOM MEISTER
(Renfield, Dr. Jack Seward)
ZU ENDE
(Dracula, Van Helsing)
WIE WÄHLT MAN AUS
(Lucy, Mina, Ensemble)
DU HAST MEIN WORT
(Jonathan)
NEBEL UND NACHT
(Lucy)
EH DU VERLOREN BIST
(Van Helsing, Dr. Jack Seward, Arthur, Quincey & Ensemble)
EIN GUTER MANN / ICH LEB' NUR WEIL ES DICH GIBT
(Dracula, Mina, Jonathan)
DIE FLAMME FÜR DIE FREIHEIT
(Jonathan)
HOCHZEITEN
(Ensemble)
DIE ZUGSEQUENZ
(Mina, Dracula, Van Helsing)
DIE EINLADUNG
(Lucy)
JE LÄNGER ICH LEBE
(Dracula)
NOSFERATU
(Van Helsing)
ENDLICH
(Mina, Dracula)
DIE BEERDIGUNG
(Ensemble)
FINALE
(Mina, Dracula)
EIN LEBEN MEHR
(Lucy, Dracula)
 

Inszenierung

Musik und Inszenierung:

Drama-Musical mit rockigen sowie melodischen Musikmotiven, die den einzelnen Rollen zugeordnet sind.

Das Geschehen auf der Bühne spielt sich im Vorder- und im Hintergrund ab. Das vordere Bühnenbild besteht links aus einem Sofa, Mitte rechts aus einem Tisch (Ess- und Schreibtisch) und einer Treppe, die am rechten Rand nach oben führt. Das Geschehen hinten spielt sich zwischen und auf mobilen großen fahrenden Elementen ab, die Wand und Podest für ein riesiges Bett oder Sarg – je nach szenischem Aufbau – sein können.


 

Inhalt:

Akt 1

Während in der Musik die Unsterblichkeit des Nosferatu beschworen wird, nehmen Jonathan und Mina auf der Vorderbühne Abschied. Er lässt ihr eine gelbe Rose zurück. Als er gegangen ist, überkommt es Mina kalt. Sie will ihn zurückholen, doch es ist zu spät. Sie stellt die Rose auf den Schreibtisch. Währenddessen reist Jonathan durch Transylvanien und kommt beim Schloss des Grafen Dracula an. Das Geschehen hier spielt sich nun auf der Hinterbühne ab, auf zwei fahrenden Podestteilen. Die Ankunft des kleinen Menschen Jonathan auf dem Vampir-Schloss wirkt besonders unheimlich, da dieser eine überdimensionale Stufe hinaufsteigen muss, während Dracula oben steht. Dieser lässt ihn eintreten, nimmt aber nicht die ausgestreckte Hand. Ein gedeckter Tisch wartet auf den Gast, während der Gastgeber nicht mit isst.

Von den fahrenden Blöcken geht es hinunter in das Zimmer des Gastes. Dort steht der geöffnete Koffer, in dem den Grafen nur ein Bild interessiert, das der Verlobten Jonathans, Mina. Er lässt es nicht mehr los und erhält dadurch den Zugang zu Mina. Der Graf verlässt den Gast und geht die Stufen hinauf, während dieser an seine Verlobte denkt, die zu Hause mit der gelben Rose sitzt und auch an ihn denkt.

Doch was ist das – die Rose, die gelb war, ist auf einmal rot wie Blut und in dem Fenster der Tür an der Treppe erscheint eine Wolfsfratze. Mina nimmt erschrocken die Rose und läuft die Treppe hinauf.

Währenddessen rasiert sich Jonathan und schneidet sich. Dracula kommt herunter, legt ihm den Arm um den Hals und rasiert ihn fertig. Als Jonathan auf das Anwesen in England und den Vertrag kommt, entdeckt er das Kruzifix, das die Wirtin in Bistriz Jonathan gab. Er weicht wütend zurück und schimpft auf die abergläubischen Leute seines Volkes. Jonathan warnt er, in einem anderen Zimmer einzuschlafen als dem Seinen und verlässt ihn.

Man hört, wie Türen verriegelt werden. Die Blöcke haben unten Türen. Jonathan versucht diese vergeblich zu öffnen. Die Feindlichkeit des Schlosses kommt hierin gut zum Ausdruck. Der Eindruck von Feindlichkeit wird dadurch verstärkt, dass die Blöcke auf einmal auf Jonathan zu fahren. Die Szene ist geradezu kafkaesk. Er entkommt scheinbar dadurch, dass er eine Leiter am rechten Block hoch klettert, während sich die Wände drehen und einen neuen Raum schaffen, in dessen Mitte sich ein großes schwarzes Bett befindet. Zwischen dessen ebenso hohen Pfosten schläft der junge Mann erschöpft ein. Er hat gar keine andere Wahl, als hierhin zu gelangen.

Die drei Frauen Draculas, die Vampiretten kommen und verführen ihn. Er ist ihrer Anziehung wehrlos ausgeliefert, lässt sich sogar an die Pfosten fesseln. Als der Herr und Meister Dracula erscheint, macht er ihnen jedoch klar, dass dieser Mann ihm allein gehört und beißt ihn. Das führt zu einer Verwandlung Draculas. Aus dem Greis wird ein kraftvoller Mann, genährt von dem Blut des jungen Mannes. Für den Hunger der anderen nach Blut hat er jedoch Verständnis und auch den Frauen Beute mitgebracht – in Gestalt des blutigen Körpers eines Neugeborenen, den er unter die Vampiretten wirft, die sich darum balgen. Der Mutter des Kindes, die um Gnade fleht, dreht er kaltblütig den Hals um.

Als Jonathan erwacht, verspricht er ihm ewiges Leben für ihn und Mina. Jonathan wehrt entsetzt ab, Mina ist sein Leben. Dracula demonstriert erneut seine Macht, der junge Held liegt am Boden.

 

Der Szenenwechsel bringt daheim in England, Minas Heimat, einen Mann ins Bild, der mit Dracula in Verbindung steht, der Irrenhaus Insasse Renfield. Die Blöcke bilden nun die Wände einer Zelle, in der ein Vogelkäfig und zwei Kästchen für Fliegen und Spinnen stehen. Dracula verspricht von ferne Renfield die Freiheit. Der behandelnde Arzt, Jack S., kommt und Renfield verspeist in seiner Gegenwart das Getier. In seinem Lied vom Meister singt er von seiner Faht auf dem Schiff und von dem, was der Besatzung zustieß. In seiner Manie greift er den Dr. an, so dass man ihn an ein Symbol der Reise Draculas, ein Steuerrad, bindet und mit kalten Güssen behandelt.

Erneuter Szenenwechsel in das Haus der Freundin Minas: Lucy, die auf einem Stuhl steht, liest aus einer Zeitung eine Geschichte über flüchtige Wölfe und ein Schiff ohne Besatzung vor. Eigentlich ist es ein anderes Thema, das die beiden jungen Frauen beschäftigt, die drei Männer, die Miss Lucy einen Heiratsantrag gemacht haben. Sie sind äußerst unterschiedlich und werden beim Auftreten in ihren Charakterzügen vorgestellt. Unter ihnen wählt Lucy Arthur aus, ein schüchterner Herr von Stand mit Herz. Mina beschäftigt noch etwas anderes – dass Lucy wieder schlafwandelt. Dadurch geschieht es, dass sie den Ruf Draculas an Mina hört und ihm folgt. Sie gibt ihm sich hin, während Mina im Vordergrund nur seine Stimme hört. Lucy kehrt zurück, spricht von einem erotischen Traum und Mina sorgt sich um sie. Die Stimme Draculas will sie aber nur frei geben, wenn Mina die Seine wird. Sie sagt Nein.

Am nächsten Morgen hat Minas Jonathans Nachricht aus einem Budapester Krankenhaus bekommen und muss fort. Während sie packt, sinnt sie über ihre Gefühle nach. Sie liebt Jonathan, aber die Macht, die Dracula beginnt, über sie zu gewinnen, will sie halten. Immer wieder zögert sie, den Koffer zu schließen und zu gehen. Das Personal ist irritiert. Nur schwer schließt sie die Tür hinter sich zu. Draculas Stimme sagt ihr, sie verschwende sich an einen Mann, der ihre Seele nicht begreift. Mina steht in der Szene real zwischen beiden Männern. Auf der einen Seite, im Krankenhaus ist der geschwächte Jonathan, der sie liebt und ruft und auf der anderen Seite ist da die hypnotische Stimme Draculas. Sie rennt zu Jonathan, der beim Wiedersehen zusammenbricht. Er braucht sie.

Zwei Hochzeiten finden nun statt, fern von daheim mit ungarischen Kränzen auf dem Haupt die von Mina und Jonathan, in England die prächtigere von Lucy und Arthur. Beim Hochzeitsmahl hört Mina wieder Draculas Stimme und wirkt so abwesend, dass Jonathan sich Sorgen macht.

Trotz Hochzeit kommt Lucy zu Dracula und er saugt ihr das Blut aus. Sie ist nun krank. In der folgenden Szene warten Arthur und Quincy, die Freunde auf die Nachricht von ihrem Befinden. Dr., Jack, der Dritte im Bund hat aus London seinen Mentor Abraham Van Helsing geholt, der viel von mysteriösen Krankheiten versteht.

Van Helsing kommt mit schweren Schritten die Treppe herunter. Neben Dracula und Mina ist er die dritte Hauptfigur im Stück. Die Grazer Inszenierung von Dracula gibt Van Helsing ein eigenes Profil. Er wird zu einem Charakter, der dank des starken Schauspiels seines Protagonisten gegenüber Dracula besteht. Van Helsing ist zerstreut, fahrig sind seine Bewegungen, blutunterlaufen die Augen. Er wirkt in der Gesellschaft der jungen gesunden Männer fehl am Platz. Seine Haare sind fettig, immer wieder reibt er sich am Arm und schaut gehetzt umher. Der Professor, bewandert in einer ungewöhnlichen Wissenschaft, hat Bisswunden am Hals von Lucy gefunden und lässt sich von dem Unglauben der jungen Leute nicht beeindrucken. In dieser Sache geht er manisch zu Werke und gibt gleichzeitig klare Anweisungen. Widerspruch duldet er nicht. Er lässt Mittel gegen den Vampir holen (Knoblauch und Lauchblumen sowie Weihwasser). Damit wird Lucy auf das Sofa zum Schlafen gebettet. Doch sie ist es, die in der Nacht alles entfernt und den Vampir einlädt. Ohne Erlaubnis hätte er nicht kommen können. Dracula beißt sie ein zweites Mal und macht sie damit zur Vampirette im ersten Stadium. Van Helsing scheint etwas zu ahnen. Er lässt Arthur, der sich darüber freut, dass die Wundmale am folgenden Morgen verschwunden sind, nicht in ihre Nähe,. Da wird Lucy zur Furie und fällt Van Helsing an, der sie mittels der Bibel und beschwörender Worte nieder zwingt. Sie „stirbt“. Van Helsing schwankt zwischen der traurigen Einsicht, Recht gehabt zu haben und Mitleid für das Kind. Während er vom Nosferatu singt, der nach dem Biss nicht stirbt, sondern sich vom Blut des Lebens nährt, wächst im Stück die Kraft Draculas immer mehr. Das erste Blut Jonathans hatte ihn vom Greis in einen Mann verwandelt, nun nimmt seine Energie und die Anziehungskraft auf Mina zu.

Bei der Beerdigung spricht Van Helsing die Möglichkeit an, dass Blut ausgetauscht worden sein könnte zwischen dem Vampir und Lucy, dann wäre sie untot. Quincy und Arthur reagieren aufbrausend. Jonathan und Mina sind zu diesem traurigen Anlass gekommen. Der junge Mann unterstützt Van Helsing in seiner Aussage, indem auf sein eigenes Erlebnis mit Dracula verweist.

Während man sich verabredet, in zwei Wochen am Grab erneut zusammen zu kommen, entpuppen sich die Grabstatuen als Vampiretten und Dracula vollzieht die ewige Hochzeit mit Lucy.

Danach malt er Mina im Schlusslied des 1. Aktes aus, dass er ihr ein neues ewiges Leben geben könne. Er ist sicher, dass sie bald ihm gehören wird, spürt aber auch eine Anziehung, die von ihr ausgeht, welche ihm unbekannt ist.

 

Akt 2

Die erste Szene nimmt das Friedhofsmotiv wieder auf. An die Theorie der Untoten kann Arthur nicht glauben, auch wenn Kinder verschwunden sind. Van Helsing findet das Grab leer und befiehlt zu warten. Zarter Gesang ertönt und Lucy in einer Art Hochzeitskleid kommt und hält ein Kind an der Hand, das sie mit ihrem Gesang betört. Als Jonathan sie anruft, zeigt sie ihr wahres Gesicht. Gemeinsam mit den anderen zwingt Van Helsing sie zurück ins Grab, wo er und Arthur ihr den Kopf abtrennen und sie so erlösen. Quincy, der toughe Amerikaner, muss sich übergeben. Mina rettet das Kind und rennt schreiend ins Haus. Dort erwartet sie Draculas Stimme. Sie wehrt sich, hasst sie ihn doch wegen dem, was er Lucy angetan hat. Sie will ihn nicht lieben, wenn er sie nicht liebt. Hin und her gerissen zwischen Hass und Begehren kniet sie am Boden, als Van Helsing herein kommt. Er betrachtet sie mit einer Mischung aus Entsetzen und liebevoller Sorge – das Bild scheint ihm bekannt. Er lächelt bitter. Sie bemerkt ihn erst spät und er lässt nur an einem Moment des Zögerns erkennen, dass er sie in dieser Verfassung sah. Als neue Erkenntnis stellt er ihr die geistige Verbindung von Renfield und Dracula vor. Dabei zögert er erneut – wurde er doch gerade Zeuge derer zwischen Dracula und Mina. Deshalb stimmt er auch zu, Mina mit zu Renfield zu nehmen.

Der Szenenwechsel bringt die Wiederholung der Renfield-Zelle. Dieser ist in Zwangsjacke. Als Mina Renfield auf seine Seele anspricht, warnt er sie vor Dracula, bereut jedoch sofort. Van Helsing versucht mehr herauszubekommen, aber Renfield kennt ihn und weiß, was Dracula vor langer Zeit mit seiner Liebsten („seinem Mädchen“) gemacht hat. Van Helsing reibt sich erneut den Arm und geht hinaus. Renfield überlebt die Nacht nicht. Draculas Macht bricht ihm brutal das Genick. Dabei sind im Hintergrund die Vampiretten als Schiffsbesatzung zu sehen.

Wieder zurück im Haus von Mina öffnet Van Helsing seine Tasche und holt ein Spritzbesteck hervor. Das Reiben des Armes erklärt sich als Ausdruck von Nervosität und Entzugserscheinung. Van Helsing ist süchtig. Er bindet seinen Arm ab und spritzt sich Morphium. Danach singt er von dem jungen und glücklichen Mädchen Rosanne, mit dessen Ende auch seine Liebe starb. Seitdem versucht er, die Welt mit seiner Jagd nach Dracula besser zu machen und setzt sein Leben ein. Währenddessen ist auf der Bühne hinter der Wand erst die verlorene Geliebte und dann ein großes Kreuz zu sehen.

Van Helsing ist gerade beim Wegpacken des Besteckes, als Jonathan herein kommt und von der Vermietung eines Hauses an einen Grafen berichtet. Er hat einen Bund Schlüssel in der Hand, mit dem man sich schon Zutritt verschaffen werde.

Van Helsing sagt ihm, er solle lieber bei Mina bleiben. Gepackt von Abenteuerlust, fragt Jonathan, ob das nötig wäre. Es ist kaum ein Lachen zu nennen, allenfalls ein Zischen, was der Vampirjäger von sich gibt. Wie er nur fragen kann. Laut gibt er zu bedenken, dass keine Vorsichtsmaßnahme zugunsten der Unversehrtheit von Madam Mina überflüssig sein kann. Jonathan will die Freunde wenigstens zur Tür bringen und lässt Mina einen Augenblick allein. Mina bittet Gott, stark bleiben zu können, Treue kämpft in ihr gegen Begehren. Als Jonathan zurückkehrt, bittet sie ihn, sie abzulenken; doch als er sich umdreht, um Karten zu holen, tritt Dracula ein und Jonathan fällt nieder. Er ist nicht tot, aber wehrlos. Dracula hat ihn um Minas Willen verschont. Der Vampir zeigt hier erste menschliche Regungen. Während Jonathan am Boden liegt und erwachend wehrlos auf dem Boden entlang kriecht, trägt Dracula Mina auf das große schwarze Bett.

Die Männer kehren zurück. Sie rennen unorganisiert auf der Bühne hin und her, können sich Dracula aber nicht wirklich nähern. Auch Van Helsing liegt sofort niedergestreckt am Boden. Mit Unterstützung der Freunde, Weihwasser und Kreuz stellt er sich schließlich Dracula entgegen, der triumphierend über ihm auf dem Podest steht. Ein Höhepunkt des Stückes ist sicher das folgende Kampf-Duett zwischen Dracula und Van Helsing, in dem Dracula sich über den Wicht lustig macht, dem im Leben nichts blieb und Van Helsing sich als Beschützer Minas aufwirft und Dracula das Ende prophezeit. Bedrängt von Kruzifixen und Weihwasser zieht sich der Vampir noch einmal zurück, während Jonathan zu Mina gelangt. Diese lebt, ist aber schwach. In der nächsten Szene sitzt sie im Rollstuhl.

Nachdem Dracula Renfield umgebracht hat, der auch ein Medium war, bittet Mina Van Helsing, für ihn das Medium sein zu dürfen, dass ihm Draculas Gedanken mitteilt. Er soll ihre Informationen über Dracula nutzen, ihr aber nie sagen, was sie als Medium sprach. Van Helsing ist fasziniert von der Gelegenheit als Wissenschaftler und berührt von dieser klugen starken Frau. Sie sitzt vor ihm im Rollstuhl und er hypnotisiert sie mit einem Stift. Als Medium mit verstellter Stimme sprechend, tut sie kund, dass Dracula auf Wasser ist, sie hört die Ankerwinde. Als Van Helsing ihr auf den Kopf zusagt, dass Dracula auf einem Schiff ist, wird sie für einen Moment aggressiv. Schaudernd über sich selbst, bittet sie um das Versprechen jedes der Freunde, sie zu töten, wenn sie sich zu sehr verändere. Quincy und Van Helsing sind die ersten, die ihr dies versprechen. Jonathan scheint sein Versprechen ziemlich ruhig zu geben, erst später quält ihn sein gegebenes Wort. Die Männer deuten die Informationen und beschließen, Dracula auf seinem Wasserweg nach Transylvanien zu Lande mit dem Orient Express zuvor zu kommen.

Das nächste Bild zeigt die Streiter für das Gute vereint. Sie singen im Chor ein Gelöbnis, zusammen zu halten in Not und Gefahr. Van Helsing kniet nieder und küsst sein Kreuz. Ich habe mich an dieser Stelle gefragt, ob ein Mann wie Van Helsing zur damaligen Zeit wirklich ein Kreuz dieser Art getragen hätte.

Einen Moment allein, klagt sich Jonathan wegen des gegebenen Versprechens an. Die Bilder, die die Nähe zwischen ihm und Mina ausdrücken, stammen aus Tier- und Märchenwelt. Wie könnte er diese Nähe zerstören? Und doch ist er bereit, selbst wenn er sterben sollte, sein Wort zu halten.

Das nächste Bild zeigt die Freunde im Zug nach Transylvanien. Bänke stehen in einem Winkel und die Sonne geht gerade unter. Es ist Zeit für die Hypnose. Van Helsing verlangt den Platz bei Mina und fordert sie auf, die Augen zu schließen. Mina gibt Draculas Gedanken wieder und die Macht, die er über sie hat, wird in einem erotischen Tanz deutlich. Jonathan ist fassungslos und unterbricht sie. Van Helsing will mehr hören, aber Mina erwacht und spürt die Peinlichkeit der Situation. Jonathan will sie hinausbegleiten, aber traurig sagt sie, er solle sich nicht bemühen.

Im nächsten Moment verlangt Van Helsing Ungeheures. Jonathan soll die Freunde begleiten und sie stärken, während Van Helsing mit Mina allein zum Schloss fahren will. Er will ihre medialen Fähigkeiten nutzen, wenn die Sonne auf- und untergeht, um sich Dracula zu nähern. In seinen Augen glüht ein Feuer, und trotzdem überzeugt sein Wort den aufbrausenden Jonathan und die Freunde. Van Helsing will die Psyche des Vampirs erkunden. Dafür braucht er Mina. Es geht also getrennt zum Schloss, zu dem Ort, an dem die Macht Draculas ungleich größer ist.

Dracula spürt Minas Kommen und begreift, dass sie für ihn nicht Beute und Opfer seiner Gier ist. Erstmals hat er Gefühle. Er lernt von ihrer Liebe. Noch glaubt er jedoch einfach an eine besondere Verbindung. Er sehnt sich nach dem Tag, an dem sie ihm gehört.

Van Helsing und Mina dringen langsam vor. Erst sind es die anderen, die den Vampir-Sarg erreichen. Dieser steht oben auf dem fahrenden Element. Quincy klettert hinauf und öffnet ihn. Er sieht den Vampir nicht und wird hinterrücks von einem wolfsartigen Wesen ermordet. Angezeigt wird dies musikalisch durch die Wiederholung des Nosferatu-Motivs aus dem Prolog.

Mina zwingt Van Helsing anzuhalten. Sie weiß vom Tod des Freundes und will nicht weiter gehen. Van Helsing gibt nach und stellt sie in einen Kreis aus Weihwasser, bevor er seinen Weg fortsetzt. Einem Moment verharrt Mina, um dann laut Dracula zu sich einzuladen. Ganz will sie ihm gehören. Dracula genießt einen Moment die leidenschaftliche Hingabe. Er empfindet jedoch keine Gier nach ihrem Blut, sondern erstmals liebt er. Dracula begreift, sie ist hier, um ihn zu erlösen. Deshalb besitzt sie solche Macht über ihn. Er bittet sie, ihm zu helfen, seinen Weg zu Ende zu gehen. Mina aber – gesteuert von ihrem Begehren – will nicht, dass endet, was gerade beginnt. Sie glaubt, sie ist geboren, um ihn zu lieben. Da zeigt Dracula ihr, wie die Freunde die Vampiretten pfählen. So enden werde sie. Ihr ist das egal, ihm aber nicht. Er will nicht, dass sie in seiner brutalen Welt leben muss, in der Liebe durch Gier verdrängt wird. Während dieses letzten Teiles liegt er Dracula in Minas Armen am Bühnenrand, ein Messer in der Hand, das er bereit ist, selbst in sich zu stoßen, wenn sie ihm nicht hilft. Im Hintergrund werden die Opfer Draculas sichtbar. Für ihre Liebe allein will er sterben. Schließlich stoßen beide, Dracula und Mina, gemeinsam zu. Dracula ist tot und der Bann ist gebrochen.