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Deutsch
22.5.2014 : 18:21 : +0200
© Vereinigte Bühnen Wien

Fakten

Veranstaltungsort: Ronacher, Wien
Uraufführung
Wiederaufnahme:
28. September 2006
6. September 2008
Vorstellungsbeginn: Di - Sa 19:30 Uhr
So 18:00 Uhr
Ausnahmen: Sa 04.10. zusätzlich auch um 15:00 Uhr
Dauer der Vorstellung: 2 Stunden, 45 Minuten (incl. Pause)

Inhalt

Rebecca ist der Name der ertrunkenen schönen Gemahlin des englischen Adeligen Maxim de Winter. Doch das weiß die junge Frau,  die namenlose 'Ich', zunächst nicht. Trotz ihrer Stellung als Gesellschafterin einer exzentrischen Amerikanerin verliebt sie sich 1926 in Monte Carlo in den geheimnisvollen Fremden. Maxim de Winter will die Schatten der Vergangenheit hinter sich lassen und ein neues Leben beginnen. Amüsiert und angezogen von der jungen naiven Landsmännin bittet er sie, seine Frau zu werden. Die beiden heiraten und Maxim kehrt mit seiner jungen Frau auf seinen Herrensitz Manderley zurück,  den er vor einem Jahr fluchtartig verlassen hatte. Auf Manderley hat Mrs. Danvers, die ehemalige Amme und Vertraute der verstorbenen Mrs. de Winter das Regiment. Sie lässt die neue Herrin von Anfang an ihre Verachtung spüren. Wieder in Manderley bedrückt Maxim der Schatten Rebeccas, er kann sie nicht vergessen. Seine junge Frau spürt das und fühlt sich doppelt allein in dem Haus mit der großen Dienerschaft und den Gemächern Rebeccas, die hergerichtet sind, als ob ihre Bewohnerin gerade erst den Raum verlassen hätte. Sie wünscht sich eine Aufgabe, die ihr Selbstvertrauen gibt und ringt Maxim die Erlaubnis ab, die Tradition der Kostümbälle auf Manderley fortführen zu dürfen. Auf den Rat von Mrs. Danvers verwandelt sie sich selbst in die 'Frau in Weiß'. Das Ergebnis entspricht so gar nicht ihrer Hoffnung. Statt ihren Mann auf seine schöne Lady stolz zu machen, erlebt sie einen Ausbruch von verzweifelter Wut. Mrs. Danvers, die ihr den hinterhältigen Rat gegeben hat, versucht die verzweifelte junge Frau dahin zu bringen, dass sie sich das Leben nimmt. Alles wird unwichtig, als das Boot, mit dem Rebecca verschwand, auftaucht und ihre Leiche eingeschlossen unter Deck gefunden wird. Maxim gerät in Verdacht, sie ermordet zu haben, und seine junge schüchterne Frau ist es, die sich nun als starke Stütze erweist. Ihre Liebe hilft ihm, die Gerichtsverhandlung zu überstehen. Der neuen Verbundenheit der Liebenden scheint auch der Brand von Manderley nichts anhaben zu können. Für die neue Frau an Maxims Seite zählt allein, dass Rebecca nie wieder zwischen ihnen beiden stehen wird.  Möchten Sie mehr erfahren -> Inhalt und Inszenierung

Historie

  • Grundlage: Roman von Daphne du Maurier 'Rebecca' (1938)
  • 1940: Oscar prämierte Verfilmung durch Alfred Hitchcock
  • 19. April 2006: Castpräsentation des DramaMusicals 'Rebecca'
  • 24. Juli 2006: Probenbeginn
  • 28. September 2006: Uraufführung des Musicals von Michael Kunze & Silvester Levay im Raimund-Theater Wien (A) unter Regie von Francesca Zambello mit Wietske van Tongeren als 'Ich', Uwe Kröger als 'Maxim de Winter' und Susan Rigvava-Dumas als 'Mrs. Danvers'
  • 2006: Veröffentlichung Cast Album der Original Wiener Besetzung
  • 2007: Veröffentlichung der Live-CD Gesamtaufnahme der Wiener Cast
  • 6. September 2007: Verlängerung bis vorerst 30. Dezember 2007
  • 6. April 2008: Premiere im Theater Creative, Tokio (J)
  • 28. August 2008: Premiere im Helsingin Kaupunginteatter, Helsinki' (FIN)
  • September 2008 bis 30. Dezember 2008 : Wiederaufnahme nach Zwischenspiel von 'We Will Rock You'
  • 29. März 2009: Workshop in einem Theater der Universität Moskau (RUS)
  • Mai 2009: Workshop in London (UK)
  • 7. April 2010: Premiere im Imperial Garden Theater in Tokio (J)
  • 18. März 2010: Ungarische Erstaufführung am Budapesti Operettszínház (H)
  • 18. März 2011: Rebecca-Reading in New York (USA) für die Broadway-Premiere unter Regie von Michael Blakemore und Francesca Zambello mit Sierra Boggess als 'Ich', Hugh Panaro als 'Maxim de Winter' und Carolee Carmello als 'Mrs. Danvers'
  • 22. Oktober 2010: Schweizer Premiere in St. Gallen unter Regie von Francesca Zambello mit Thomas Borchert als 'Maxim de Winter' und Maya Hakvoort als 'Mrs. Danvers'
  • Herbst 2011: geplante Broadway-Premiere

Kreative

MUSIK / ORCHESTRIERUNG: Sylvester Levay KOSTÜME: Birgit Hutter
TEXT: Michael Kunze LICHTGESTALTUNG: Andrew Voller
REGIE: Francesca Zambello TONGESTALTUNG: Hendrik Maassen
CHOREOGRAPHIE: Dennis Sayers VIDEOKUNST: Sven Ortel
BÜHNENBILD: Peter J. Davison    

Besetzung der Uraufführung 2006

'ICH' Wietske van Tongeren
MAXIM DE WINTER Uwe Kröger
MRS. DANVERS Susan Rigvava-Dumas
JACK FAVELL Carsten Lepper
MRS. VAN HOPPER Carin Filipčić
BEATRICE Kerstin Ibald
FRANK CRAWLEY André Bauer
BEN Noberto Bertassi

Besetzung der Hauptrollen der Wiederaufnahme

'ICH' Wietske van Tongeren
MAXIM DE WINTER Uwe Kröger
MRS. DANVERS Susan Rigvava-Dumas
JACK FAVELL Ramin Dustdar
MRS. VAN HOPPER Marika Lichter
ab September 2008 Carin Filipčić
BEATRICE Kerstin Ibald
FRANK CRAWLEY André Bauer
BEN Noberto Bertassi

Cast

BAUER, André FRANK CRAWLEY
BAUER, Kathleen Zweitbesetzung BEATRICE
Ensemble
BERTASSI, Norberto BEN
BRAAS, Silke Dance Captain
Zweitbesetzung 'ICH'
Swing
BRAUN, Cornelia Ensemble
CHRISTL, Michaela Zweitbesetzung MRS. DANVERS
Zweitbesetzung BEATRICE
Ensemble
DELOSCH, Fernand GILES
Zweitbesetzung FRANK CRAWLEY
DÖRR, Raphael Ensemble
FILIPČIĆ, Carin MRS. VAN HOPPER
HANSSON, Matilda Swing
HELL, Noud Zweitbesetzung BEN
Swing
IBALD, Kerstin BEATRICE
Zweitbesetzung MRS. DANVERS
KAMMERZELT, Andreas Ensemble
KLINGER, Leigh Martha Ensemble
KOZELUH, Dennis OBERST JULYAN
KRAUS, Ruth Ensemble
KRÖGER, Uwe MAXIM DE WINTER
MARX, Robert D. Zweitbesetzung FRANK CRAWLEY
Ensemble
MERSCH, Katrin Swing
NIEMEYER, Max Ensemble
OBERMAIER, Barbara Ensemble
PETERSON, Kai HORRIDGE
Zweitbesetzung JACK FAVELL
Zweitbesetzung OBERST JULYAN
RIGVAVA-DUMAS, Susan MRS. DANVERS
REICHWEIN, Tim Zweitbesetzung MAXIM DE WINTER
Zweitbesetzung JACK FAVELL
Ensemble
RUMPF, Martina Dorothea Ensemble
SCHMID, Fritz Zweitbesetzung BEN
Swing
SCHÖLTZKE, Tina Ensemble
SIMADER, Markus Swing
SOMMERSGUTER, Christoph Zweitbesetzung ROBERT
Ensemble
VAN TONGEREN, Wietske 'ICH'
VEIT, Anna Ensemble
WEJWAR, Oliver Ensemble
WOLTER, Lucius Zweitbesetzung MAXIM DE WINTER
Zweitbesetzung GILES
Ensemble
EHEMALIGE CASTMITGLIEDER  
BAYER, Paul Oberst Julyan
BOGDANY, Bettina Ensemble
DORIAN, Katharina Ensemble
KAMMEIER, Karsten Swing
LEPPER, Carsten JACK FAVELL
LICHTER, Marika MRS. VAN HOPPER
MEYER, Marcel GILES
Zweitbesetzung FRANK CRAWLEY
REINHARD, Claudie Zweitbesetzung MRS. VAN HOPPER
Ensemble
STELLEY, Jana CLARICE
Zweitbesetzung 'ICH'
STOCKINGER, Matthias FRITH
WIDÉN, Sara Ensemble
WÜRZ, Joana Fee Zweitbesetzung "ICH"
Ensemble

Musiktitel

AKT 1 AKT 2
ICH HAB GETRÄUMT VON MANDERLEY
(ICH, Schatten)
UND DAS UND DAS UND DAS
(ICH)
DU WIRST NIEMALS EINE LADY
(Mrs. van Hopper, ICH)
REBECCA Repris
(Mrs. Danvers, ICH, Schatten)
ER VERLOR UNERWARTET SEINE FRAU REBECCA
(Hotelgäste)
NUR EIN SCHRITT
(Mrs. Danvers)
AM ABGRUND
(ICH, Maxim)
STRANDGUT
(ICH, Frank Crawley, Jack Favell, Beutesucher)
ZEIT IN EINER FLASCHE
(ICH)
SIE'S FORT Reprise
(Ben)
HOCHZEIT
(instrumental)
DU LIEBST SIE ZUSEHR
(ICH)
DIE NEUE MRS. DE WINTER
(Mrs. Danvers, Frank Crawley, Dienerschaft)
KEIN LÄCHELN WAR JE SO KALT
(Maxim)
SIE ERGIBT SICH NICHT
(Mrs. Danvers)
DIE STÄRKE EINER FRAU
(Beatrice, ICH)
DIE LIEBEN VERWANDTEN
(Beatrice, ICH, Giles)
DIE NEUE MRS. DE WINTER Reprise
(Dienerschaft)
BIST DU GLÜCKLICH?
(ICH, Maxim)
MRS. DE WINTER BIN ICH
(ICH, Mrs. Danvers)
BIST DU BÖSE?
(ICH, Maxim)
DIE VORUNTERSUCHUNG
(Gerichtsbesucher)
HILF MIR DURCH DIE NACHT
(ICH, Maxim)
EINE HAND WÄSCHT DIE ANDERE HAND
(Jack Favell)
WAS IST NUR LOS MIT IHM?
(Beatrice)
SIE'S FORT Reprise
(Ben)
SIE WAR GEWOHNT, GELIEBT ZU WERDEN
(Mrs. Danvers, Jack Favell)
SIE FUHR'N UM ACHT
(Dienerschaft)
REBECCA
(Mrs. Danvers, Stimmen)
KEINER HAT SIE DURCHSCHAUT
(Maxim)
WIR SIND BRITISCH
(Golfclub)
REBECCA Reprise
(Mrs. Danvers, Schatten)
SIE'S FORT
(Ben)
JENSEITS DER NACHT
(ICH, Maxim)
GOTT, WARUM?
(Maxim)
MANDERLEY IN FLAMMEN
(Frank Crawley, Dienerschaft)
EHRLICHKEIT UND VERTRAUEN
(Frank)
ICH HAB GETRÄUMT VON MANDERLEY Reprise und FINALE ZWEITER AKT
(ICH, Schatten)
DER BALL VON MANDERLEY
(Ballgäste)
 
I'M AN AMERICAN WOMAN
(Mrs. van Hopper)
 
HEUT NACHT VERZAUBER ICH DIE WELT
(ICH)
 
FINALE ERSTER AKT
(Mrs. Danvers, Dienerschaft)
 

Kulturhistorischer Hintergrund

Hintergrund des DramaMusicals von Kunze/Levay bildet Umfeld und Lebensgeschichte der Schriftstellerin Daphne Du Maurier (1907 *London - gestorben 1989 in Fowey), auch wenn 'Rebecca' keine Autobiographie ist, wie Du Maurier immer wieder betont hat. Dennoch hat die Ich-Erzählerin von 'Rebecca' manche Züge der jungen Frau, die sich den gesellschaftlichen Verpflichtungen ihres intellektuellen Elternhauses in London entziehen wollte, eher schüchtern war und gern allein frei umherstreifte. Als Kind war Daphne du Maurier in Milton zu Gast, einem Landsitz nahe Peterborough. Dort erlebte sie ein Herrenhaus wie das von Manderley. Es gab eine riesige Eingangshalle und unzählige Bedienstete, die einer gestrengen Haushälterin unterstellt waren. Sogar den Kindern wurde das Frühstück von einem Butler serviert. Daphne du Maurier lebte später Teile des Jahres in Menabilly, unweit von Fowey in Cornwall. Wie Milton hatte sie das Landhaus von Menabilly bereits als Kind kennengelernt. Es war der Landsitz der Familie Raleigh. Wie Manderley lag es an einer langen Auffahrt, war von Wald umgeben und ein Weg führte hinab zu einer Bucht am Meer. Die Landschaft und die Lebensart von Cornwall nahmen starken Einfluss auf Daphne du Mauriers Geschichten. Zur Lebensweise der Leute der Küste von Cornwall gehörte der Schmuggel. Er ist Hauptthema in Daphne du Mauriers Buch 'Jamaica Inn', aber auch in 'Rebecca' gilt das Strandgut, das nach dem Stranden des französischen Schiffes in den Wellen treibt. als Eigentum dessen, der es herauszieht. Fowey war nicht umsonst der Ausgangspunkt der Reisen der Freibeuter Sir Walter Raleigh und Sir Frances Drake. James Cook erstellte 1786 eine Karte des Hafens an dem Ferryside, an dem das Cottage von Daphne du Maurier lag.

Inhalt und Inszenierung

Musik und Inszenierung:

Balladenhafte Melodien und dramatische Popsongs, die die Rolle von Opernarien einnehmen, verweben sich mit den atmosphärischen Tönen vom Rauschen des Meeres und des Windes. Das Atmosphärische zieht sich durch die gesamte Inszenierung des Stückes. Die Arbeit mit vielen durchsichtigen Vorhängen, die durch Licht, Farbe, Projektionen und Bewegung zum Leben erweckt werden, und die Anwesenheit von Rebecca imaginieren, ergänzen das Gesamtbild.


Inhalt:

Akt 1

Atmosphärisches Meeresrauschen und die entsprechende Projektion von kaskadenartigen Wasserfällen und Strudel zieht in das Stück hinein. Vor diesem Hintergrund tritt "ICH" auf. Sie ist die Ich-Erzählerin des Stückes, aus deren Perspektive das Publikum das Geschehen erlebt. ICH blickt zurück auf die Vergangenheit, die mit dem Herrenhaus von Manderley und dem Namen "Rebecca" verknüpft ist. 

Vor einer schwarzen verkohlten Ruine treten die Personen aus ICHs Vergangenheit auf. Alle wollen diese Vergangenheit vergessen, nur Mrs. Danvers nicht. Diese steht groß und streng abseits und erinnert an den Einfluss von Rebecca, die nie vergisst und nie vergibt.

Mit dem Rückblick geht der Szenenwechsel einher: Monte Carlo 1926 in der Lounge eines Grandhotels, mittig die Rezeption, führt links eine breite Drehtür nach draußen. Im Vordergrund stehen ein paar Tische. Alles ist hell durchflutet. Ganz links vorne sitzt Mrs. van Hopper, eine exzentrische Amerikanerin, die sich aufregt, weil ihre Gesellschafterin noch nicht da ist. ICH kommt eilig herein und entschuldigt sich mit dem Holen einer Modezeitschrift. Mrs. van Hopper hat den Auftrag offensichtlich bereits vergessen und macht der verschüchterten jungen Frau klar, dass sie für ihre Gesellschaft bezahlt. Immer wieder hört man in den folgenden Minuten das „Sorry, Mrs. van Hopper“. Es folgt auf die Feststellung, sie sei nur aus Mitleid angestellt, außerdem habe sie keinen Stil, so sehr sich Mrs. van Hopper auch darum bemühe, ihr welchen zu vermitteln.

Aber was ist das - ICH hört gar nicht richtig zu. Ein Herr in einem weißen Anzug fesselt ihre Aufmerksamkeit. Er hat durch die Drehtür die Lobby betreten, einem Pagen Geld zugeworfen und an der Rezeption eine Zeitung geholt. Mrs. van Hopper rügt ICH wegen ihrer offensichtlichen Neugier, um sie dann über die Stellung des englischen Herrn von Adel aufzuklären. So jemanden kennt man eben; das gehört zum guten Ton. Derweil ist Mr. de Winter, in Zukunft als Maxim bezeichnet, auf dem Weg zum Fahrstuhl. ICH wird Zeuge, welchen Stil Mrs. van Hopper besitzt, als diese lauthals quer durch die Lobby auf sich aufmerksam macht . ICH sieht aus, als wolle sie vor Scham im Boden versinken. Maxim bleibt erstaunt stehen und antwortet mit einem konsternierten „Guten Abend.“  Damit ist sein Schicksal besiegelt. Er findet sich am Tisch von Mrs. van Hopper wieder, auch wenn er diskret und bestimmt darauf hingewiesen hat, dass die beiden Damen seine Gäste sind, nicht er der ihre. Mr. de. Winter hat Stil.
Mrs. van Hopper jammert über das schöne aber langweilige Monte Carlo und schwärmt von Manderley. Sie ist erstaunt, dass Mr. de Winter nicht auf seinem Landsitz weilt. Der Angesprochene zuckt leicht zusammen, antwortet aber höflich, dass es dort nicht so sonnig wäre wie hier. Während Mrs. van Hopper redet, gehen seine Blicke an ihr vorbei zu ICH. Schließlich wendet er sich sogar direkt an sie und fragt, wie ihr Monte Carlo gefalle. ICH hat während der ganzen Zeit, peinlich berührt vom Verhalten ihrer Arbeitgeberin, die Augen nieder geschlagen. Erschrocken überhaupt angesprochen zu werden, stottert sie zuerst herum, um dann zu sagen, dass ihr der Ort "unwirklich" vorkomme. Erstaunt über die ungewöhnliche und kluge Antwort zieht Maxim die Augenbrauen hoch. Mrs. van Hopper dagegen nennt ICH undankbar. Andere würden ihr Augenlicht hergeben, um Monte Carlo einmal zu sehen. Mit echt englischem trockenen Humor, der mehr Lacher verdient hätte, macht Maxim sie auf die Unsinnigkeit dieser Aussage aufmerksam. Hier wird wörtlich der Roman von Daphne du Maurier zitiert. Als Maxim sich nun rasch verabschiedet, macht Mrs. van Hopper ICH wegen ihrer „unverschämten Antwort“ für seinen abrupten Aufbruch verantwortlich. Sie fühlt sich plötzlich schlecht und beschließt jauchzend, morgen mit Grippe im Bett zu bleiben.

Am nächsten Morgen sieht man den englischen Adeligen an seinem Tisch sitzen und Zeitung lesen, als ICH hereinkommt. Die anderen Morgengäste beginnen zu tuscheln und zu tratschen. Der Kellner führt ICH allein an einen Tisch. Aufgeregt, allein in der Halle frühstücken zu müssen, greift ICH hastig nach der Serviette, um diese auf die Knie zu legen; dabei ergießt sich das Wasser der Tischvase über die Tischdecke. Erschrocken will ICH mit ihrer Serviette den Schaden wieder gut machen, als Maxim sich einmischt. Er verlangt, dass ICH bei ihm Platz nimmt und wischt ihre Einwände mit einer Handbewegung fort. Man merkt, er ist gewohnt zu befehlen. Nachdem ICH an seinem Tisch sitzt, entschuldigt er sich für sein ziemlich unhöfliches Benehmen. Das jedoch lässt ICH nicht gelten, unhöflich sei ja wohl eher Mrs. van Hopper gewesen. Maxim kann nicht glauben, dass ICH die Gesellschafterin der Amerikanerin ist: „Ich wusste gar nicht, dass man Gesellschaft kaufen kann“, ist seine spontane Reaktion. Wie soll sich das jemand seines Standes auch vorstellen können - sie aber erklärt, das Geld zu brauchen, da auch keine Verwandtschaft mehr existiert, die sie unterstützen könnte. Der Abstand zwischen beiden wird in diesem Gespräch sehr deutlich. Schnell wechselt er das Thema und schlägt vor, Sie mitzunehmen in die Berge über Monte Carlo. Wieder schlägt er alle ihre Proteste in den Wind und gibt ihr die Anweisung, sich etwas überzuziehen, während er den Wagen vorfahren lässt.

Sofort zerreißt sich die tratschende Gesellschaft "das Maul" über Mr. de Winter: degoutant, ein Domestik, er will doch wohl nichts von ihr, ist das sein Niveau, er trauert doch um seine Frau Rebecca, will er sich etwa trösten.
Die nächste Szene spielt vor einer Wand mit verschiedenen Blautönen und beide spielen zur Rampe, die die Klippen darstellen. Nie wieder ist das Stück so sparsam mit den Kulissen wie hier, mit Ausnahme der letzten Szene. Die Figuren stehen im Mittelpunkt, wirken verloren in der Weite. ICH ist begeistert von dem Blick auf das Meer. Sie nimmt Segel und Möwen wahr, während er in dunklen Gedanken versunken aufs Meer hinaus starrt. ICH spricht ihn an, fragt, was mit ihm ist, aber er reagiert nicht. Erst als ICH sagt, sie werde zum Wagen zurückgehen, da sie friere, erwacht er aus der Erstarrung und bittet um Verzeihung für sein Verhalten. Von da an ist er die Aufmerksamkeit in Person. Er lobt ihre Zeichenkünste, erkundigt sich nach dem Vater, den sie sehr liebte. Ja, er zieht schließlich sogar eine Parallele: Sie beide seien allein in der Welt. Die Szene deutet weitere Spaziergänge an und die Nähe zwischen beiden wächst, bis er sie sogar küsst.

In der nächsten Szene ist ICH im Zimmer von Mrs. van Hopper und erfährt, dass diese zurück will nach New York. Die Einwände von ICH versteht die Amerikanerin überhaupt nicht und befiehlt ihr zu packen. Nach kurzem Zögern versucht ICH, Maxim zu erreichen. Doch den ganzen Tag und nächsten Morgen erreicht sie ihn nicht. Die Abfahrt steht unmittelbar bevor. Einmal noch, so fleht sie zu Gott, möchte sie ihn sehen. In dem folgenden Lied, „Zeit in einer Flasche“, macht sie sich klar, dass sie doch immer gewusst hat, dass das Glück nicht ewig dauern kann. Sie versucht sich mit den Erinnerungen zu trösten, die ihr bleiben werden und wünscht, sie könnte diese in einer Flasche füllen und so für die kommenden Tage aufbewahren. So ist ICH ganz versunken in ihre Gefühle und merkt nicht, dass Maxim gekommen ist und sie beobachtet.

Als sie seiner gewahr wird, rät er ihr in bitterem Ton, die Flasche lieber geschlossen zu halten. Nicht immer seien Erinnerungen schön. Manchmal seien sie wie Dämonen, die einen nicht mehr los lassen. Sie aber ist nur glücklich, ihn noch einmal zu sehen. Wieder wird sein Unverständnis ihrer Situation deutlich. Wieso muss sie mitgehen, wenn Mrs. van Hopper nach Amerika zurückkehrt. Er versteht einfach nicht, dass ICH keine Wahl hat. Ihn allein beschäftigt, das zeigt sein Mienenspiel, wie er sie halten kann. ICH soll zwischen New York und Manderley wählen. Da wird sie richtig böse, er mache es ihr ja noch schwerer mit seinen Scherzen. Wieder enthält das Stück so einen schönen englische Stopper: „Vor dem Frühstück mache ich nie Scherze“. Als ICH begreift, dass er es ernst meint mit der Frage, glaubt sie, dass er ihr nun eine Stellung anbietet. Da muss er fast lachen. Das war doch ein Heiratsantrag. Er möchte, dass ICH seine Frau wird und versteht nicht wirklich, dass sie zögert. Die seine ist doch nicht ihre Welt. Maxim ist sich seiner Sache jedoch ziemlich sicher. Ob sie ihn denn nicht liebe. Das sagt er provokativ, und das süße naive Ding geht auch gleich auf sein Angebot ein. Ihre große Liebe beteuernd fliegt sie ihm in die Arme.

Nun folgt eine komische Szene, in der Maxim Mrs. van Hopper zu verstehen gibt, dass er nicht gekommen ist, um sich von ihr zu verabschieden, sondern um ihre Gesellschafterin zwecks Heirat abzuwerben. Während er lachend verschwindet, ist ICH mit der Reaktion von Mrs. van Hopper konfrontiert. Was ICH sich einbilde, Herrin von Manderley werden zu können - was qualifiziere sie dafür? In ihrer Ehrlichkeit gibt ICH an, dass sie ihn liebe und voller Trotz fügt sie hinzu, sie werde ihn nicht enttäuschen. Dafür erntet sie nur Hohn und zum ersten Mal hört sie den Namen, der ihr so viel Qual bereiten soll: „Rebecca“. Beleidigt, hintergangen worden zu sein, betont Mrs. van Hopper, dass Rebecca eine Lady gewesen sei – im Gegensatz zu ihr.

Die nächsten Szenen zeigen ICH und Maxim auf Hochzeitsreise. Sie heiraten in einem kleinen französischen Ort. Maxim kauft der Blumenfrau, die ungläubig auf das viele Geld schaut, alle Blumen ab. Auf dem Markusplatz in Venedig beschenkt er auf die gleiche Weise einen Fotografen mit übermäßigem Lohn. Ständig küsst Maxim seine Frau und sprüht von guter Laune. Beide sind sehr glücklich.

Nach der Hochzeitsreise fährt Maxim mit ICH nach Manderley. Es gibt ein Musikmotiv, das die Auffahrt zum dunklen braunen Herrenhaus begleitet. Einzelne Blätter in der Projektion färben sich rötlich - ein Dingsymbol, das auf folgende Ereignisse anspielt. Dann hebt sich die Wand, und dahinter wird eine prächtige Eingangshalle erkennbar mit einer drehbaren Treppe, die sich nach unten und oben wendelt und so komplett im Boden verschwinden kann, dass ein Teil am oberen Abschluss die Bibliothek darstellt. Hier eilt die Dienerschaft von Manderley hin und her und bereitet alles vor für den Herrn von Manderley. Dabei zerbrechen sich die Bediensteten den Kopf, wie die neue Mrs. de Winter wohl sein wird. Mrs. Danvers dagegen sagt der neuen Frau von Mr. de Winter schon in ihren ersten Worten den Kampf an: Für sie wird es immer nur eine Mrs. de Winter geben, ihre verstorbene Herrin Rebecca.

Es regnet, als das junge Paar ankommt. Eines der Mädchen meint, das sei ein schlechtes Omen. ICH hält ihren Mantel über den Kopf, als sie müde die Eingangshalle betritt. Maxim zieht die Luft ein und ist gar nicht glücklich über das Antreten der ganzen Belegschaft, das Mrs. Danvers so angeordnet hat. ICH lernt Frank Crawley, den Verwalter von Manderley, kennen, den Maxim als seinen besten Freund bezeichnet. Danach wendet sich Maxim an alle und stellt seine Frau als die neue Mrs. de Winter vor. Mit einem Schlag hält die Musik inne. Maxim verweist nun mit besonderer Höflichkeit und Kühle auf Mrs. Danvers, die Haushälterin von Manderley. Beim Anblick der gestrengen Frau, verliert ICH ihre Handschuhe und beide bücken sich. Und welch konsternierten Blick erhält ICH, als sie zugibt, kein Mädchen zu haben. Maxim beendet die peinliche Situation, indem er Mrs. Danvers anweist, ICH auf ihre Zimmer zu begleiten. Mrs. Danvers weigert sich, ICH „Mrs. de Winter“ zu nennen. Sie nennt sie die ganze Zeit nur Madame.

Am nächsten Morgen begegnen wir Mrs. Danvers und ICH im Morgenzimmer. Die Wände sind mit Brokattapete und Ahnenbildern bestückt. Ein Sekretär und ein großer Glaskasten mit Orchideen stehen im Raum. Diesen hat Mrs. Danvers zuvor ehrfürchtig gestreichelt und sich an Rebecca erinnert. Mrs. Danvers will an Rebeccas Tod nicht glauben, weil diese Frau sich niemals in ihr Schicksal ergeben würde. Sie kennzeichnet sie als stark und ohne sentimentale Gefühle. Bei Rebeccas Charakterbild wird einem kalt. Die Liebe eines Mannes berührte sie nicht, bedeutete ihr nichts. Für sie zählte allein der eigene Vorteil. Und der Geist dieser Frau lebt nun, wie Mrs. Danvers glaubt, auf Manderley fort.

Mrs. Danvers zeigt ICH Rebeccas Schreibtisch, ihr Notizbuch, ihr Briefpapier, ihren Terminkalender und Adressbuch. Der Schatten ist mächtig. Auf dem Tisch steht auch ein kleiner Amor, Rebeccas Amor. Erschrocken zieht ICH ihre Hand, die die Figur berühren wollte, zurück. Mrs. Danvers hat den Geist der Frau auf Manderley aufrecht erhalten und Maxim nichts dagegen getan, vielleicht auch damit niemand denkt, er wolle nichts mehr von der Verstorbenen wissen . Als Mrs. Danvers süffisant lächelnd geht, damit ICH ihre Briefe schreiben kann, wie es einst immer Rebecca tat, nimmt ICH den Amor nun doch neugierig hoch. Als es klopft, lässt sie vor Schreck die Figur fallen und verbirgt die Scherben eilig in der hintersten Schublade des Schreibtisch.

In der folgenden Szene lernt ICH Maxims Schwester Beatrice und Giles, ihren Mann, kennen. Beide sind nett, bodenständig und haben den guten Willen, die junge Schwägerin herzlich willkommen zu heißen. Man ist ja nun verwandt und "Blut ist dicker als Wasser".

Wie ist denn nun das Alltagsleben mit Maxim: Wir sehen ICH und Maxim zusammen in der Bibliothek. Maxim, der geistesabwesend wirkt, ist gerade im Schach besiegt worden und kann das gar nicht glauben. In Manderley hat Maxim seine ungezwungene Art der Hochzeitsreise verloren, hat wenig Zeit für ICH, ist oft in Gedanken versunken und abweisend. Wie kann sie da glücklich sein, ist doch das Zusammenleben mit ihm nicht leicht. ICH versichert dem besorgt fragenden Ehemann, dass das nicht stimmt. Sie liebe ihn und habe doch alles, was sie braucht. Eher fürchtet sie, ihn durch ihre Unerfahrenheit zu blamieren. Sie kennt ja auch die Vergnügungen von Mädchen seines Standes, die Tanz- und Strandparties, nicht. Warum sollte sie sie vermissen. Allerdings gibt es da etwas, um was sie ihn bittet, die Tradition der Kostümbälle auf Manderley, von denen ihr Beatrice erzählt hat, fortführen zu dürfen. Sein gehetzter Blick wandert zur Treppe, als ob er dort etwas sähe. ICH aber ist überzeugt, ihm täte die Abwechslung gut und sie selbst würde sich über eine eigene verantwortungsvolle Aufgabe so freuen. Da gibt er nach und erntet eine begeisterte Umarmung seiner jungen Frau, die ihn einen Moment die Schatten vergessen lässt, die ihn umgeben.

Es ist Mrs. Danvers, die diese Idylle stört. Sie bezichtigt den Hausdiener des Diebstahls des Amors. Maxim reagiert gleichmütig. Auch, dass dies das wertvollste Stück im Morgenzimmer ist und sogar Meißner Porzellan, tangiert ihn so gar nicht. ICH, entsetzt, dass sie so etwas Wertvolles zerbrochen hat, gibt ihre Schuld zu. Er reagiert erstaunt wegen ihres Schweigens, macht sich aber über ihre ängstliche Miene einfach nur lustig. Mrs. Danvers jedoch hört nicht auf zu betonen, welch schrecklicher Vorfall das sei, weil es doch Rebeccas Lieblingsfigur war. Da platzt Maxim der Kragen und er setzt dem Gespräch abrupt ein Ende, indem er Mrs. Danvers hinaus weist. Maxim stöhnt auf und holt sich ein Glas Whiskey.

Da tönt die zarte ängstliche und einschmeichelnde Stimme von ICH an sein Ohr, die bittet, er möge ihr verzeihen. Für ihn ist die Sache erledigt, aber ihr Benehmen nennt er kindisch. Sie bekennt sich dessen schuldig. Nur hoffe sie, dass sie ihm nie schaden werde. Da ist er sichtlich irritiert und will es nun doch genauer wissen. ICH meint nur so dahin, dass Leute eben tratschen. Maxim reagiert mit tiefem Misstrauen. Wie sie auf das Gerede anderer hören könne. Er verschließt sich während der Auseinandersetzung immer mehr. Als sie wissen will, was ihn denn bedrückt, weil sie ihn doch liebt, läuft sie gegen eine Wand. Mit unterdrücktem Zorn gibt er ihr zu verstehen, dass sie niemals alles von ihm wissen werde und voller verzweifelter Wut, dass er gar nicht wisse, was glücklich sein heißt. Weinend verlässt ICH den Raum und seine Hand greift ins Leere. Er bleibt in der Bibliothek zurück, während sie allein zu Bett geht. Dort hockt sie und hat Angst vor all den fremden Geräuschen, weil er nicht bei ihr ist, um ihr durch die Nacht zu helfen. Maxim zur gleichen Zeit in der Bibliothek, begreift, dass es vergebliche Hoffnung war, zu glauben, einfach neu beginnen zu können. Überall ist Rebecca, aber er weiß nicht, wie es angefangen, sie loszuwerden. Beide spüren, dass sie einander brauchen und sind doch voneinander getrennt. So ist „Hilf mir durch die Nacht“ ein wechselseitiges Zwiegespräch.

Am Morgen ist ICH allein. Maxim ist geschäftlich nach London gefahren. Sie ruft Beatrice an, die sie tröstet und sich dann fragt, was nur mit ihrem Bruder ist. Sie kennt seinen Jähzorn, aber ungerecht und hart hat sie ihn noch nie erlebt.

Während Maxims Abwesenheit hat sich Jack Favell, der Cousin und frühere Liebhaber Rebeccas, eingeschlichen und sucht in ihren Gemächern nach Geld, um sein lasterhaftes Leben finanzieren zu können, Mrs. Danvers aber bewacht Rebeccas Räume wie eine Löwin und versucht, ihm die Illusion zu nehmen, dass Rebecca ihn je geliebt hätte.

ICH hat Geräusche gehört und Favell erwischt sie beim Horchen. Er geht sehr bald, nimmt ICH aber das Versprechen ab, von seinem Besuch nichts zu sagen. Der Mann ist ICH unheimlich, ihr ganzes Verhalten zeigt, wie abstoßend sie ihn findet. Allein mit Mrs. Danvers kommt das Gespräch mit einem Mal auf den geplanten Maskenball, und überaus freundlich gibt Mrs. Danvers ICH den Rat, sich ein Kleid nach einem Lieblingsgemälde ihres Gatten schneidern zu lassen und ihn damit zu überraschen. ICH ist begeistert, sie sieht sich so ladylike wie die weiße Dame auf dem Bild und träumt vor sich hin. So erkennt sie nicht die Falle, in die Mrs. Danvers sie lockt, sondern macht sie sogar zu ihrer Mitverschwörerin.

Mrs. Danvers lädt ICH ein, Rebeccas Reich zu besichtigen und hüllt sie immer mehr in Rebeccas Geist und Macht ein, sie legt ihr sogar deren Nachthemd um. ICH fühlt sich auf schreckliche Weise fasziniert durch die Darstellung von der perfekten einzigartigen Lady Rebecca. Das erste Mal ertönt darauf das dramatische Titellied "Rebecca".

Zwischen dem Ende der Rebecca-Szene und der Bootshaus-Szene stehen bunte Bilder, die die sorglose, tratschende Gesellschaft in Cornwall wiedergeben und zugleich den Umbau der Bühne decken. Auf einem englischen Golfplatz mit grünen Hügeln sieht man Engländer, die Gott für einen englischen Gentleman und sich für etwas Besseres halten. Sie achten darauf, dass niemand ihre Kreise stört. Deshalb verstehen sie sich auch nicht als boshaft, wenn sie die 18jährige ICH als "Witwerideal" und "Souvernir" aus Frankreich bezeichnen.

Es ist jedoch die Bootshaus-Szene, die den Bogen des Geschehens nun fortführt. Nebel befeuchtet die Bühne. ICH ist spazieren gegangen und hat in einer Bucht ein Bootshaus gefunden und den geistig benachteiligten Ben, der lieb und auch gar nicht so dumm ist, wie er vorgibt. Er macht ICH, mit Gespür für deren Sorgen, klar, dass Die-da-draußen fort ist und ihr nichts anhaben kann, weil sie niemals zurückkommt.

Ben verschwindet eilends, als Maxim gut gelaunt über den Klippen nach seiner Frau ruft. Er ist zurück aus London und sucht ICH. Maxim ist vollkommen entsetzt, seine junge Frau beim Bootshaus zu finden. Er herrscht sie an, ob sie auch im Bootshaus war, erträgt er es doch nicht, sie dort zu sehen. ICH will ihn ablenken und fragt ihn nach dem Zweck der Boje in der Bucht. Da ist es um seine Fassung geschehen; er schreit und fasst sie dann sogar hart an . Voller Angst vor dem Mann, den sie doch liebt, reißt ICH sich los und stürzt die Treppe hinauf – Maxim will ihr nach. Wie konnte er nur nach Manderley zurückkehren und glauben, hier leben zu können, nach dem, was geschehen ist. Maxim fühlt sich von den Schatten der Vergangenheit verfolgt und verflucht. Doch immer noch will er im Herzen daran glauben, dass die Liebe seiner jungen Frau, ihm helfen kann, den Fluch zu besiegen.

ICH versucht sich mit den Vorbereitungen für den Ball abzulenken und bringt Frank ihre Einladungsliste für das Fest. Darauf steht der Name der einzigen Frau, die sie kennt und der sie beweisen will, dass sie ihrer Stellung gewachsen ist, der Name von Mrs. van Hopper. Zum Abschied fragt sie Frank, ob er wisse, warum Maxim am Bootshaus so außer sich gewesen sei. Frank erklärt, das Bootshaus sei Rebeccas „Nest“ gewesen und dort habe auch das Boot gelegen, mit dem sie umgekommen sei. ICH glaubt zu begreifen...wie soll sie nur gegen diese Frau ankommen, die doch so schön, so charmant, so geistreich war. Wie kann sie je so sein.
Frank gibt ihr zu verstehen, dass in seinen Augen Ehrlichkeit und Vertrauen zwischen zwei Menschen viel wichtiger sind als Schönheit. ICH ist berührt und drückt Frank bewegt die Hände, bevor sie geht.

Die letzte Szene des 1. Aktes hat den Kostümball zum Thema. In der Eingangshalle tanzen die Gäste, u.a ist auch Oberst Julian, der Bezirksverwalter und oberste Richter, da. Maxim wartet nervös auf die Gastgeberin, die niemandem verraten hat, was sie trägt. Mrs. van Hopper ist wirklich gekommen und findet, dass sie genau die richtige neue Frau für den charmanten Witwer, Oberst Julian ist. Die Szene wirft einen Blick voller Humor auf die Neigungen der Amerikanerin.

Währenddessen verwandelt sich ICH mit Hilfe ihrer Zofe in die "Frau in Weiß" und träumt davon, dass niemand sie erkennt und alle sie bewundern. Zu Beatrice, die ihre Neugier nicht zügeln kann, meint sie: Maxim solle den Schock seines Lebens bekommen. Wie sehr sie damit Recht hat, ahnt sie nicht.
Schließlich sind alle da und erwarten mit Spannung die Gastgeberin, die endlich, angekündigt durch einen Tusch, langsam die Treppe herunter schreitet. Die Einzige, die begeistert auf ICHs Erscheinen reagiert, ist Mrs. van Hopper. Sie sieht eine Lady und bewundert das schöne Kleid. 

Maxims Gesicht wird kreidebleich. Er glaubt an einen Fluch. Als ob er verhindern wollte, dass es geschieht, stürzt er ICH entgegen die Stufen hinauf und schreit sie an, sie solle sich sofort umziehen. Beatrice erklärt der erstaunten Mrs. van Hopper, dass ICH das gleiche Kleid trägt wie Rebecca im vergangenen Jahr vor ihrem Tod. Während ICH weinend auf der Treppe steht und die Welt nicht mehr versteht, wankt Maxim die Treppe langsam herunter und bricht an ihrem Fuß zusammen. Die letzten Worte des ersten Aktes gehören Mrs. Danvers. Nichts geht ohne Rebecca. Blackout.

Akt 2

Vor dem Zimmer von Rebecca kniet ICH am Boden. Sie ist verzweifelt, glaubt sie doch, Maxim habe sich in Rebeccas Gemächer geflüchtet, weil sie ihn so enttäuscht hat. Wie kann er sie auch lieben, wenn es da diese wundervolle geheimnisvolle Lady gab, die er nicht vergessen kann und von der alle Gegenstände des Hauses sprechen. Mrs. Danvers, die ICH in ihrem rosa Morgenmantel vorfindet, spielt die Erstaunte. In dieser Szene sehen wir ICH das erste Mal zornig. Sie beschuldigt Mrs. Danvers einer hinterhältigen Falle und will wissen, warum diese sie so hasst. Mrs. Danvers glaubt, dass ICH den Platz von Rebecca einnehmen will und öffnet für eine Kampfansage deren Gemächer, in denen alles nach Rebecca ruft. Getrieben von dieser Macht der Toten steht ICH auf einmal am Fenster. Sie wehrt sich gegen den Sog, spürt aber, dass sie sich verliert. Die Kulisse von Rebeccas Zimmer, eine Gitterwand dreht sich und wird zum Balkon. Im roten Efeu klettern die Schatten (Leute vom Ensemble) umher, so dass die Wand in permanenter Bewegung ist und aussieht, als ob in den Blättern bereits Feuer züngelt. Mrs. Danvers macht ICH klar, dass sie und Maxim kein Recht haben, glücklich zu sein und fordert sie auf zu springen.

Die letzte Rettung bildet das Stranden eines französischen Schiffes, das die Bucht mit dem Hafen verwechselt hat; Raketen steigen auf und der Rebeccas Bann  bricht. ICH stürzt los, Maxim zu suchen. Mrs. Danvers bleibt zornig zurück.

In der Bucht sind alle, Bedienstete wie Fischer, dabei, das, was das Meer freigibt, herauszuziehen: „Strandgut ist frei“. Von Frank erfährt ICH, dass Maxim wohl auf einem der Rettungsboote ist, aber auch Favell ist am Strand. Ihn freut das Unglück anderer, so sieht er auch mit Genuss ICHs Entsetzen, als sie von dem kleinen Boot hört, das bei dem gestrandeten Schiff geborgen wurde. Es gehörte Rebecca, und auf ihm fand man eine Leiche.

ICH will Maxim finden, ehe er das erfährt. Doch sie kann ihn nicht mehr davor bewahren. Er weiß es bereits, als sie am Bootshaus auf ihn trifft. Maxim ist kurz davor, wahnsinnig zu werden. ICH ist zugleich glücklich, ihn gefunden zu haben, und voller Angst, dass er ihr nicht verzeiht. Maxim versteht gar nicht, was es zu verzeihen geben soll. Es ist doch ohnehin alles aus. Seine Worte klingen hohl. ICH glaubt, ihn verloren zu haben. Rebecca habe gesiegt. Er liebe sie einfach zusehr. Das sagt sie Maxim auch. Bei dieser Behauptung geht ein Ruck durch den Mann, der bisher teilnahmslos ihren Worten gelauscht hat. Im Gegenteil, so muss sie erfahren, gehasst hat er diejenige, die ihn so hintergangen hat. Maxim erzählt ICH eine Geschichte — die Geschichte einer Frau, die alle getäuscht hat durch ihr Aussehen und ihren Charme. Diese Frau hat ihn kalt lächelnd benutzt. Sie hat mit seiner Liebe und seinem Ehrgefühl gespielt. Obwohl sie ihn betrog, blieb er um der Ehre seiner Familie und Manderleys Willen mit ihr verheiratet. Diese Heirat war eine Farce. Nie habe er sie geliebt, und schließlich habe sie ihn sogar mit ihrem Cousin, Jack Favell, vor seinen Augen zum Narren gemacht. Dadurch kam es dazu, dass er – wenn auch ungewollt – zu ihrem Mörder wurde.

Maxim bricht nach seiner Erzählung verzweifelt zusammen. Er kniet im Sand und ist vollkommen mutlos. Da erleben wir eine Verwandlung. Aus dem schüchternen Mädchen ICH wird eine Frau, die um das kämpft, was ihr wichtig ist, ihren Mann. Angesichts seiner Schwäche wird sie stark. Maxim erschreckt dieser Wandel fast. Er findet das Kind in ihren Augen nicht mehr. Ein Kind ist ICH nun nicht mehr, aber sie liebt Maxim fast noch mehr. Jetzt, da sie weiß, dass er Rebecca nie geliebt hat, dass diese nie zwischen ihnen beiden stand, sondern einzig sein dunkles Geheimnis, fühlt ICH sich wie befreit. Mit dem schrecklichen Geheimnis glaubt sie, leben zu können. Am Ende der Szene wirft Maxim wie ein Ertrinkender seine Arme um sie. Dann gehen beide die Treppe zu den Klippen hinauf, und es scheint fast, als stütze sie ihn.

Der nächste Morgen zeigt den Butler Frith und den Diener Robert im Esszimmer von Manderley. Sie diskutieren über einen Artikel in der Zeitung, der darüber spekuliert, warum Mr. de Winter die falsche Leiche als die seiner Frau identifiziert hat. Währenddessen erscheint Maxims Schwester Beatrice, die zu ihrem Bruder will. Doch bei diesem ist der Bezirksverwalter Oberst Julian, der unangemeldet erschien. ICH kommt hinzu. Beatrice, die sich sorgt, wie ihre junge Schwägerin es verkraftet, findet eine schmerzlich berührte, aber gefasste und starke Frau vor. Beatrice ist glücklich, dass Maxim ICH hat. Sie sieht die Stärke der Frau, die für den Mann da ist, den sie liebt.

Da  ICH sich nun als wirkliche Herrin von Manderley fühlt, will sie den Besitz von Rebecca und seine Schatten endgültig loswerden. Sie will Manderley zu ihrem Heim machen. Mit dem neuen erwachten Selbstbewusstsein lässt sie alles umräumen und macht der konsternierten Mrs. Danvers klar, dass sie nun Mrs. de Winter ist und nicht länger nur Gast sein will in diesem Haus. Diese neue Stärke wird vor allem daran deutlich, dass ICH den geklebten Amor erneut zerbricht, weil er zu der alten Mrs. de Winter gehört. Deren Dinge haben keinen Platz mehr in ihrer Welt.

Gerade in einer schweren Situation wie der, in der Maxim durch das Auffinden des Bootes von Rebecca steckt, zeigt sich die Frau als die Stärkere. Das zeigt auch die folgende Gerichtsszene, in der Maxim so sehr mit Fragen zu dem Abend von Rebeccas Verschwinden und schließlich seiner Ehe bedrängt wird, dass er sich zunehmend nicht mehr zusammenreißen kann, sondern voller Jähzorn aufspringt. In diesem Moment fällt ICH in Ohnmacht. Auch Schwäche kann Stärke sein. Die Sitzung wird vertagt.

Nach dem Gerichtsverfahren treffen Maxim und ICH in der Bibliothek von Manderley mit Favell zusammen, der Maxim zu erpressen versucht. Er hat einen Brief von Rebecca, in dem sie schreibt, dass sie ihn unbedingt sehen muss. Das Schreiben stammt vom gleichen Tag, an dem sie ertrank. Maxim ist froh, dass ihn Oberst Julian begleitet hat. Er denkt keinen Moment daran, sich erpressen zu lassen, selbst wenn ihn das den Kopf kosten sollte. Favell zwingt Ben als Zeugen herbei, aber der schafft es, dass niemand glaubt, dass er etwas weiß. Er tut dies schon aus Zuneigung zu ICH an. Dann wird Mrs. Danvers geholt, Rebeccas einzige Vertraute. Anhand von Rebeccas Terminkalender macht Oberst Julian einen Termin bei einem Doktor Baker für den Todestag ausfindig. Durch ein Telefonat findet Frank heraus, dass Baker ein Frauenarzt ist. Favell glaubt nun, dass Rebecca schwanger gewesen sein müsse. Das wäre ein Motiv für Maxim gewesen, sie zu ermorden, konnte das Kind doch nicht von ihm sein. Es kommt zur Konfrontation zwischen Favell und Maxim. Oberst Julian ordnet eine Fahrt zu Dr. Baker an und ICH entscheidet, mitzufahren. Maxim dagegen darf Manderley nicht verlassen.

Während alle nach London fahren, diskutiert die Dienerschaft über die Schuld ihres Herrn und sorgt sich um ihre Zukunft. Maxim läuft nervös auf und ab und findet keine Ruhe. Projektionen zeigen London und ohne Ton wird gezeigt, wie Dr. Baker auf Oberst Julian, Favell und ICH trifft. Dann sehen wir ICH in eine Telefonzelle gehen. Maxim läuft kurz darauf in Manderley durch die Halle zum Telefon, das in der Bibliothek klingelt. Es ist ICH. Sie macht ihm eine Mitteilung, die er nicht erwartet hat. Rebecca war nicht schwanger, sondern sehr krank. Sie hatte inoperablen Krebs im Endstadium, wie Maxim dann Frank mitteilt. Damit erfüllt sich das, was Mrs. Danvers sagte. Rebecca hätte ihrem Leben nie ein Ende gemacht, es sei denn, sie wäre krank. So gibt es einen starken Hinweis auf Selbstmord und Maxim ist entlastet. Er begreift, dass sie ihn an dem Abend im Bootshaus provoziert hat, um ihn zu vernichten. Das aber ist ihr Dank ICH nicht gelungen.

Mrs. Danvers glaubt, dass nun Rebecca endgültig von Manderley vertrieben werden würde. In der letzten Reprise des Rebecca-Motivs bringt sie zum Ausdruck, dass man Rebecca nie besiegen wird. Die letzten Töne des Liedes klingen in das Pfeifen des Nachtzuges hinein aus. Wiederum wird die Szene durch das Zusammenwirken von Kulissen und Projektion gebaut.

ICH kommt mit dem Nachtzug an. Maxim wartet auf sie auf dem Gleis. Sie umarmen sich und Maxim weiß, dass er es ohne ICH nicht geschafft hätte. Sie war so stark. Jetzt endlich ist er frei, sind sie beide frei, ihr Leben neu zu beginnen. Ist das so?

Der Osthimmel färbt sich rot Doch das Rot stammt nicht vom Sonnenaufgang; dazu ist es noch viel zu früh. Manderley brennt. Das Haus ist nicht mehr zu retten, so dass Frank die Leute, die noch versuchen, den Besitz von Maxim zu retten, anweist, sich in Sicherheit zu bringen. Alles bricht zusammen. Mrs. Danvers kommt die Treppe herunter und läuft dann brennend über die Bühne. An dieser Stelle wären Projektion und Pyrotechnik vielleicht aussagekräftig genug gewesen. Maxim und seine Frau erscheinen. Auch er kann nichts mehr retten. Maxim blickt auf die Flammen, die seinen Besitz verzehren und weint doch nicht um sein Erbe, weil es ihm durch Rebecca zum Gefängnis wurde. So, wie es alle bewundert hatten, war es nicht mehr das Manderley der Kindheit, das er geliebt hatte. Sie hatte es vergiftet. Deshalb befreit ihn der Verlust von der Last der Schatten. Wenn alles zusammenbricht, wiederum durch Projektion von fallenden Balken unterstützt, applaudiert an dieser Stelle das Publikum.

Im Finale kehrt die Inszenierung zum Anfang zurück. ICH tritt wieder vor den Vorhang. Während sie und Maxim in einem kleinen Hotel am Mittelmeer leben, träumt ICH nur noch selten von Manderley. Doch dann kommen die Schatten wieder hoch. Der Vorhang öffnet sich ein letztes Mal und die Figuren der Vergangenheit bilden den Chorus. Am Ende erscheint Maxim vor dem strahlenden Blau des Mittelmeerhimmels, streckt seiner Frau die Hand entgegen und nimmt sie in den Arm. So enden die Träume von Manderley im Raimundtheater Wien.