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22.5.2014 : 18:22 : +0200

Engagiertes Musical-Projekt mit ethischer Botschaft - 'Alpha Code Two-Zero-One-Zero'

Stellen Sie sich vor, eine hochentwickelte Kultur – 2010 Lichtjahre von uns entfernt – schickt Beobachter, die mit Sorge die Menschen über die Epochen unserer Geschichte beobachten, wie sie nach und nach immer neue Waffen entwickeln, sich bekriegen und töten. Sie sehen das vorprogrammiert, was bereits ihre eigene Welt der Zukunft auslöschte. Deshalb kehren sie an den Anfang der Menschheitsgeschichte zurück und starten einen ungewöhnlichen Feldversuch zu der Frage: Wie entsteht Aggression? [...]

Im Rahmen des TWINS Projektes der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 fiel 2008 der Startschuss für ein internationales Musical- und Jugendprojekt der Stadt Hamm mit ihren Partnerstädten Bradford und Velp, das am 31. März 2010 in der Erstaufführung des Musicals 'Alpha Code Two-Zero-One-Zero' im Kurhaus Bad Hamm gipfelte.

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"Alle tanzten mit dem Tod, doch niemand wie Elisabeth" - Premiere in Frankfurt am Main

Risse fressen sich durch die Decke von Schloss Schönbrunn, als der Tod auf Elisabeths Hochzeit Der letzte Tanz singt. Bei den Schluss-Tönen seines Liedes zerbricht die Decke in unzählige Scherben. Der Totentanz ist das bestimmende Motiv in Michael Kunzes & Silvester Levays Musical 'Elisabeth - Die wahre Geschichte der Sisi', das am 18. Dezember 2009 erstmals Premiere in der Frankfurter Alten Oper feierte und seitdem Standing Ovations empfängt und für ein volles Haus sorgt.
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Ein Feuerwerk aus Farbe und Musik - 'Hairspray' in Köln

Es gibt sie heutzutage wie Sand am Meer: Fun-Musicals, die ihren Zuschauern mit mitreißend-poppiger Musik, einer leichten Geschichte und vielen bunten Bühneneindrücken einen netten Abend versprechen, ihnen aber nicht zu viel abverlangen. Die Kunst eines solchen Musicals besteht in der Regel darin, diese recht geringen Erwartungen zu übertrumpfen und durch Machart und Umsetzung zu beweisen: "Das hier ist etwas Besonderes." Etwas, das dem Musical 'Hairspray' mit seiner Deutschlandpremiere im Musical Dome Köln definitiv gelungen ist. In den USA mit acht Tony Awards ausgezeichnet, zählt das Stück dort mittlerweile zu einem der erfolgreichsten Musicals am Broadway.
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Mitten im Leben - Premiere von 'Songs for a New World' in Stuttgart

Ein Moment entscheidet Dein Leben. Du hattest einen festen Lebensplan, warst auf Erfolgsspur oder Dir der Liebe Deines Partners sicher. Mit einem Mal wird Dein bisheriges Leben in Frage gestellt. In dieser Situation muss jeder entscheiden, welchen Weg er jetzt geht. Richtig und falsch gibt es im Musical 'Songs for a New World' nicht, das am 13. Dezember 2009 im Stuttgarter Wilhelma Theater Premiere feierte.

Der instrumentale und gesanglich äußerst anspruchvolle Reigen musikalischer Kurzgeschichten von Jason Robert Brown ('The Last Five Years') wurde 1995 am Off-Broadway uraufgeführt und setzte neue Musical-Standards. In Stuttgart nun brachte das 'New World Musical Ensemble' das Musical als erste eigene Produktion professionell auf die Bühne. Willemijn Verkaik (u.a. Premierenbesetzung der 'Elphaba' in 'Wicked – die Hexen von Oz'), David-Michael Johnson (u.a. Premierenbesetzung des 'J.B.' in 'We Will Rock You') und Hannes Schauz (derzeit Musikalischer Leiter bei 'Wicked – Die Hexen von Oz' im Palladium Theater Stuttgart) gründeten das 'New World Musical Ensemble' eigens, um musicalische Kostbarkeiten wie 'Songs for a New World' dem Publikum näher zu bringen.
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Hinreißendes Kino on Stage - 'South Pacific' in Kassel

Wie stimmt man sein Publikum ein? Heute beginnen Musicals häufig direkt mit der Handlung, oder Ouvertüren werden auf 1,5 Minuten gekürzt. Dieser Versuchung ist Regisseur Matthias Davids glücklicherweise nicht erlegen. Runde 5 Minuten werden die Zuschauer mit den musikalischen Motiven aus Richard Rodgers und Oscar Hammersteins 'South Pacific' eingestimmt: Wir hören 'Some Enchanted Evening', 'Bloody Mary', 'A Wonderful Guy' und vor allem 'Bali Ha'i', wobei eine Karten-Projektion die Assoziationen geografisch konkretisiert. Dafür, dass die Zuhörer von Hammersteins II. Musik geradezu eingehüllt werden, sorgt das gut aufgestellte Orchester unter Leitung von Kai Tietje. Im Anschluss daran fährt, passend zur erzeugten Südsee-Atmosphäre, eine weiße Veranda ins Bild - zur Linken exotische Bougainvillea, offene lachsfarbene Vorhänge und im Hintergrund eine Hollywoodkulisse, wie sie MGM nicht schöner hätte erfinden können. So beginnt am 24. Oktober 2009 die zweite Deutschland-Premiere von 'South Pacific', am Staatstheater Kassel.
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Starke und schwache Bilder in 'Edgar Allan Poe' – Der Rabe in Halle

"Poe ist tot." Dies sind im Stück die Worte von 'Reverend Rufus Griswold' (Gerd Vogel), der mit Edgar Allan Poes Tod (1849) am liebsten auch sein Werk begraben würde. Lebenslang hat er den Dichter um sein Genie beneidet und seine göttliche Mission darin gesehen, dessen Leben und Werk der Lächerlichkeit preis zu geben. In der Historie ist ihm das nicht gelungen und er schafft es auch nicht in Eric Woolfsons Musical 'Edgar Allan Poe', das am 28. August 2009 seine Uraufführung an der Oper Halle feierte und als solches von Live'Musical über das Internet übertragen wurde. Der Stream liegt dieser Rezension zugrunde. Hätte Rufus Griswold Erfolg mit seiner Diffamierung Poes gehabt, gäbe es weder 'The Tales of Mystery and Imagination' und schon gar nicht 'More Tales of Mystery and Imagination', die dem Autor als Grundlage für sein Poe-Musical dienten.
Unsere ausführliche Rezension zur Uraufführung in Halle lesen Sie hier.

Beispielhaftes Musicaltheater - Producers im Admiralspalast Berlin

Nicht nur Cornelius Obonya und Andreas Bieber hören nicht mehr auf, sich zu freuen. Auch die Wiener Musicalintendantin Kathrin Zechner mit ihren Helfern im Hintergrund und Falk Walter vom Admiralspalast Berlin strahlen um die Wette. Denn die Vereinigten Bühnen Wien feierten mit der deutschen Erstaufführung von 'The Producers' in Berlin ihr erstes Deutschlandgastspiel.
Unsere Rezension zur Deutschlandpremiere in Berlin lesen Sie hier.

Das Positive überwog - Jekyll & Hyde im Opernhaus Magdeburg

Ein wirkliches Experiment war die Neuinszenierung von 'Jekyll & Hyde' in Magdeburg nicht, aber die Chemie stimmte. Das Opernhaus unter der Intendanz von Tobias Wellemeyer war sehr gut aufgestellt mit seinen exzellenten Hauptdarstellern, die zum einen Gäste waren und zum anderen aus dem festen Ensemble des Hauses stammten. Dazu kamen ein fabelhafter Opernchor, Ballett sowie Orchester und das musicalerfahrene Regieteam um Andreas Gergen und Christian Struppeck, die gerade erst Frank Wildhorns 'Der Graf von Monte Christo' inszenierten.
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Irritation und Faszination im 'Cabaret der Verlorenen Seelen'

Wenn das Musical beginnt, verwirrt es zunächst weiter. Im Opening werden die Zuschauer gewarnt zu bleiben, sie sollen lieber den Raum ver- und sich das Geld zurück geben lassen. Das alles ist irritierend, zugleich aber viel stärker vor allem faszinierend. Und das bleibt die ganze Vorstellung so! Ein merkwürdiges Stück wird hier etabliert, wobei die Betonung auf "würdig" und auf "merken" liegt!
Unseren Gesamteindruck lesen Sie hier.

'Cyrano de Bergerac' auf der Clingenburg – eine romantische Tragikkomödie an malerischem Ort

1975 wurde 'Cyrano de Bergerac' nach Edmond Rostands Theaterstück über eine romantische Liebe im 17. Jahrhundert erstmals präsentiert. Schon damals überzeugte das Musical von Wolfgang Adenberg und Marc Schubring das saarländische Publikum. Es war der neue Intendant der Clingenburg Festspiele, Marcel Krohn, der den Wunsch äußerte, 'Cyrano de Bergerac' aufzuführen und damit eine kleine Uraufführung anregte, die am 2. Juli 2009 auf der Clingenburg gefeiert wurde.
Unsere Rezension zur Premiere auf der Clingenburg lesen Sie hier.

Junge und Mädchen treffen auf High Society - das schwesterliche Musical

Auch die Besetzung ist als außerordentlich gut zu bezeichnen. Allen voran Jens Janke als Musicalkomödiant und Spielmacher 'Bill Snibson' und Caroline Soyka als taffe und Herzen erwärmende 'Sally Smith'. Beide sind zusammen ein kongeniales Paar, das keine Wünsche offen lässt und selbst unterm Laternenpfahl großes Musical zu bieten hat. Dazu singen, steppen und tanzen Bill und Sally sich so natürlich und witzig durch die ihnen merkwürdig begegnende High Society. Jens Janke bezaubert facettenreich im Spiel und trifft den zügig scharfen Plauderton, den dieses Musical verlangt. Er platziert Gags, ohne diese und sich dabei in den Vordergrund zu stellen, und wirkt damit sehr präsent in Bills Familiengeschichte. Er und seine Sally, Caroline Soyka, lassen ihre Wort- oder Steppgefechte zu Glanzpunkten werden. Ein außergewöhnliches Erfolgspaar.
Unseren Eindruck von der gesamten Aufführung finden Sie hier.

Bewegendes dramatisches Musik-Theater

Nahezu drei Stunden lang erlebte das Publikum der Europapremiere von 'Marie Antoinette' am 30. Januar 2009 mitreißendes dramatisches Musik-Theater. Anhand einer wunderbar erzählten tragischen Beziehungsgeschichte zweier Frauen, die nicht nur die Initialen "MA" vereint, wurde Geschichte lebendig. Sie berührt durch die dramatischen, doch leicht ins Ohr gehenden, Melodien Sylvester Levays und die treffenden Lied- und Dialogtexte Michael Kunzes, die häufig durch ein sprachliches Bild oder einen kenntnisreichen Spruch die Situation auf den Punkt bringen. In der großartigen Inszenierung von Tamiya Kuriyama bespielt ein zugleich stimmlich und schauspielerisch sehr starkes Ensemble die Bühne und erweckt die historischen Charaktere und menschlichen Schicksale zum Leben.
Unsere ausführliche Rezension zur Uraufführung in Bremen lesen Sie hier.

'We Will Rock You' in Stuttgart

Das Apollo-Theater in Stuttgart ist 1994 entstanden, verströmt aber im Inneren einen Hauch von K.u.K. Zweistöckig aufgebaut ist das 1.800 Menschen fassende Auditorium mit Balkonen und Säulen verziert. Hier könnte auch die klassische Fassung von Aida gespielt werden. Passt ein modernes Rock-Musical, das in einer unbekannten Zukunft spielt in dieses Ambiente?
Unsere Eindrücke von der Queen-Show im Schwäbischen lesen Sie hier.

Der Kampf des Jahrhunderts auf der (Tri)bue(h)ne

Die tribuene Berlin lud am 4. Oktober 2008 sport- und musicalbegeisterte Zuschauer zur Welturaufführung 'Der Kampf des Jahrhunderts'. Das Stück basiert auf den beiden legendären Boxkämpfen von Max Schmeling und Joe Louis von 1936 und 1938. Um in der Fachsprache zu bleiben: eindeutiger Punktsieg nach dem zweiten Akt. Das Musical von Paul Graham Brown und James Edward Lyons zeigt die Ent- und Verwicklungen der beiden Ausnahmesportler, wie sie manipuliert wurden, sich missbrauchen ließen und ihren Nutzen daraus zogen. Es bezieht dabei Stellung, stellt bissig brisante Fragen und überrascht immer wieder mit unerwarteten Wendungen.
Unsere Rezension zur Welturaufführung im Ring finden Sie hier.

Es geht ums Leben

Anfangs gab es von 'Chess' nur ein Konzeptalbum mit den Texten von Tim Rice und der Musik des Komponistenduos Benny Andersson und Björn Ulveaus. Unter der Regie von Trevor Nunn wurde die erste szenische Inszenierung 1986 in London ein großer Erfolg. In Amerika floppte das Stück 1988 am Broadway, nachdem es umgeschrieben und extrem in die Länge gezogen worden war. Nach der Deutschlandpremiere in Baden-Baden (2000) gab es einige beachtete Inszenierungen an Stadttheatern. Diese beweisen offensichtlich mehr Mut als die Musical Theater. Am 13. September 2008 feierte Essen die deutsch / englische Premiere von 'Chess' im Aalto Theater.
Unsere Rezension lesen Sie hier.

Verführung zum Tod - ein Frauenschicksal vor historischem Hintergrund

Die Berliner Inszenierung arbeitet stark mit aussagekräftigen Symbolen und geht hierbei sogar noch weiter als die Urinzenierung. In Berlin sehen wir nicht nur die großen Hinweise auf den Untergang des Habsburgerreiches, sondern auch innerhalb der einzelnen Szenen findet sich Vanitassymbolik. Bevor der Kaiser Franz-Joseph Elisabeth kennenlernt, erlegt er einen Rehbock. Doch dieser ist bereits tot und hängt als Trophäe an der Wand. Die Schatten des Totenreiches tragen geisterartige Gewänder. Ebensolche werden dem jungen Hochzeitspaar Kaiser Franz-Joseph und Kaiserin Elisabeth angezogen. Und aus dem Spiegel, den Luigi Lucheni Elisabeth in Wien vor Augen hielt, wird in Berlin eine Spiegelscherbe, die kaum noch von Nutzen ist. Neben diesen Symbolen stehen die historischen Anzeichen des Untergangs in Gestalt des Nationalismus und Antisemitismus, der in der zu Anfang genannten Szene gesteigert zum Ausdruck kommt. Zunächst demonstriert eine Gruppe junger Leute ihre Unzufriedenheit mit dem System. Im zweiten Durchlauf auf der Drehbühne, sind es Nationalisten, Anhänger von Georg Heinrich von Schönerer, die einen Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich propagieren und antisemitische Parolen im Mund führen. Am Ende schlagen drei politische Agitatoren einen Juden nieder. Im letzten Durchlauf tragen die Protagonisten eine Art Hakenkreuz auf den Armbinden und bekennen sich zum Nationalsozialismus. Die Szene 'Hass' mit ihrem provokanten Ausblick gehört bereits seit der Urinszenierung zum Stück. Berlin zeigt sie nach Kürzung in der Essener Fassung wieder in voller Länge.
Unsere ausführliche Rezension der Berliner Premiere lesen Sie hier.